Theobald und die Drachen


Es war einmal vor langer Zeit,

ein junger Prinz namens Theobald. Sein Vater war der König des Menschenreichs. Im Menschenreich lebten alle miteinander in Harmonie und Frieden. Zumindest war das für sehr lange Zeit der Fall gewesen, den seit kurzem gab es ein Problem: Am Rand des Königreiches hatten sich wilde Drachen angesiedelt - diese wahren wahrlich garstig und sehr gefährlich. Immer mehr Bauern kamen zu dem König und klagten, dass die Drachen immer mehr ihrer Ernte in Brand setzten. Der König war verzweifelt, was sollte er nur gegen diese Drachen unternehmen?
 
Um eine Antwort zu erhalten, ging der König zu seiner Wahrsagerin. Was der König zu seinem Leidwesen jedoch nicht wusste war, dass die Wahrsagerin in Wahrheit eine böse Hexe war, die selber das Königreich regieren wollte. Sie sagte, dass wenn er die Drachen besiegen wolle, müsste er seinen Sohn Theobald losschicken die sieben stärksten Drachen zu töten. Erst dann würden alle anderen Drachen ebenfalls besiegt sein und einfach zu Staub zerfallen . Der König war verzweifelt aus Sorge um seinen Sohn, doch Theobald bestieg mutig sein Pferd um die sieben Drachen zu töten.

Theobald ritt Tag und Nacht, bis die Erde fahler und es sehr warm wurde. Das kam von dem heißem Atem der Drachen, hatte man ihm erzählt. Als der Boden so uneben wurde, dass sein Pferd sich seinem Willen entzog, ging er zu Fuß weiter. Kalt lief es ihm den Rücken herunter, als er bereits aus der Ferne das tiefe Grollen der Drachen hörte. Nach einigen Stunden des Laufens war Theobald müde und er beschloss eine Pause zu machen, um bei Kräften zu bleiben.

Völlig in Gedanken versunken vergaß er einen Moment auf seine Umgebung zu achten und als er auf sah erschrak er fürchterlich: Vor ihm stand ein riesiger Drache! Schnell sprang er auf und zückte seine feine Klinge. Doch als Theobald seinen Gegner nun sah, ließ er fassungslos das Schwert sinken.Dieser Drache war weder wirklich groß, noch gefährlich. Sein Gegenüber war klein, und hatte ein liebes Gesicht mit freundlichen Augen.

Bevor Theobald nachdenken konnte, was er den nun tun sollte sprach der kleine Drache plötzlich zu ihm: "He? Wer bist den du?"
Theobald war sichtlich erstaunt, aber antwortete nach kurzem Zögern: "Ich bin Theobald. Der Sohn des Königs vom Menschenreich. Und...und wer bist du?"Stolz plusterte sich das kleine Wesen auf und erwiderte: "Ich bin die Tochter von dem Drachenkönig "Langzahn-mit-großem Schweif-dem ersten"! Verwundert sah sich Theobald den Drachen an. Er hatte gedacht das vor ihm ein kleiner Junge stand, aber es war tatsächlich ein Mädchen. "Was machst du hier?", wollte das Drachenmädchen von ihm wissen. Also setzte sich Theobald wieder auf den Boden und erzählte ihr seine Geschichte. 

Mit aufmerksamen Ohren hörte sie zu und kicherte ab und an. Als Theobald mit seinem Bericht fertig war, musste das Drachenmädchen herzhaft lachen. "Böse...hihi...Drachen...hihi.." Etwas erzürnt entgegnete Theobald: "Was ist den daran lustig? Seit ihr Drachen den nicht böse und gemein?" Da sah ihn das Drachenmädchen streng an. "Wir sind nicht böse und schon gar nicht gemein! Wohl eher sind wir genau das Gegenteil: Lieb und nett. Wenn du willst kannst du dich gerne selber davon überzeugen, ich bring dich zu meinem Vater." Theobald nickte, auch wenn er ziemliche Angst hatte, dass das was das Drachenmädchen gesagt hatte nicht die Wahrheit war.

So liefen sie nun zusammen weiter und auf dem Weg erfuhr Theobald, dass das Drachenmädchen Sindy hieß und noch Sechs weitere Geschwister hatte. Nach langem Laufen, wurde es immer wärmer, sodass Theobald immer mehr Pausen brauchte um sich aus zu ruhen. Als er dachte, dass sie nie ankommen würden, sah er aus der Ferne bereits hohe Nebelschwaden. "Da vorne, dass ist mein Heimatort." Das ermutigte Theobald und schon schritt er schneller voran. Immer zittriger wurde er, da nun mehr und mehr Drachen zu sehen waren, doch niemand schien ihn sichtlich zu beachten, was ihn etwas beleidigte, da er ja schließlich der Sohn des Menschenkönigs war.

Als Theobald und Sindy dann vor dem großen Drachenkönig standen, neigte sich Theobald ehrfürchtig. Scharfe, lange Zähne spickten das Maul des Drachenkönigs und seine dunklen Augen strahlen Weisheit aus. Schnell tauschte man Informationen aus und als auch der Drachenkönig die Geschichte Theobalds gehört hatte, begann er laut zu lachen. Er lachte so laut, dass der Boden zitterte und jetzt wusste auch Theobald woher das tiefe Grollen kam: Es war das Lachen der Drachen! Etwas ernster sagte dann der Drachenkönig: "Nicht wir sind es die dein Reich bedrohen, es ist eure Wahrsagerin. Sie ist eine böse Hexe und will selbst den Thron besteigen. Wir müssen etwas unternehmen."

Also setzten sich alle Drachen mit Theobald zusammen hin und überlegten sich einen Plan, wie sie die böse Hexe besiegen könnten. Sie grübelten Sieben Tage und Sieben Nächte, als ihnen die Lösung einfiel. Zufrieden nickte Theobald und sagte: "Dann haben wir ja alles geklärt, ich werde vorausreiten und ihr kommt dann in der Nacht hinterher."

Wieder bei seinem Vater angelangt, berichtete er seinem Vater das er alle großen Drachen getötet hatte und zeigte als Beweis einen mächtigen Zahn von einem der Drachen. Der König wusste ja nicht, dass einer der Drachen Zahnschmerzen hatte und den Zahn gezogen bekommen hatte. Im Hintergrund hatte die böse Hexe neugierig zugehört und als Theobald fertig mit reden war, schnellte sie hervor: "Ihr Narren, dass habt ihr nun davon!" Mit einem Wischen ihres Stabes, lag Theobald in Ketten und der König verlor durch Schreck seine Stimme. Schnell ordnete die böse Hexe eine Zeremonie an, in der sie zur neuen Königin gekrönt werden sollte.

Das ganze Volk hatte sich voller Angst im Thronsaal versammelt. Draußen war es finstere Nacht und so bemerkten weder die Wachen, und auch die böse Hexe nicht, dass sich die Drachen in den Palast schlichen und hinter den großen Säulen neben dem Thron versteckten. Die böse Hexe bestand darauf, dass der König selbst, die Krönung durchnehmen sollte und kurz darauf hatte sie die Krone auf dem Kopf und setzte sich triumphierend auf den Thron.

Das war das Signal für die Drachen: Sie kamen aus ihren Verstecken und riesige Flammen schossen aus ihren gewaltigen Mäulern und trafen die böse Hexe mit voller Wucht. Noch bevor sie vor Schmerz schreien konnte, zerfiel sie auch schon zu einem kleinen Häufchen Asche. Das Volk jubelte, doch sofort erstarrten sie vor Angst, da die Drachen ja vor ihnen standen. Da befreite sich Theobald und klärte die Situation auf. Alle freuten sich, doch der König hatte noch immer seine Sprache verloren.

Da kam Sindy zu dem König und vollführte vor ihm einen Freudentanz. Sie tanzte so lustig das zuerst alle Drachen und dann auch alle Menschen mitmachten. Jeder lachte von ganzem Herzen und auf einmal lachte auch der König. Durch diese ganze Freude war seine Stimme wie durch ein Wunder wiedergekehrt und da tanzte er mit.Sie tanzten und lachten bis die Sonne aufging.

Und wenn man ganz leise ist und in die dunkle Nacht lauscht, dann hört man sie immer noch, wie sie tanzen und lachen.

Kommentare:

  1. Ein niedliches Märches.So richtig wie man es von Kinderbüchern kennt, sehr sehr schön (:

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  2. Ich glaube dieses Märchen ist besser als die aus den Märchenbüchern.Toll erzählt und der Schluss ist auch sehr schön.

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  3. Finde ich auch! Die Art wie du dich ausdrückst ist einfach genial!

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  4. Sehr schön Stefan.
    Deine Geschichten sind gut, für alle Generationen
    würd ich sagen.

    Hervorragend würd ich sagen.
    Weiter so!
    John

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  5. Echt süße Geschichte Stefan :)

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