Eine Weihnachtsgeschichte



Martin ist 13 Jahre alt und wohnt in Hamburg. Er war schon seit einigen Tagen fröhlich, denn bald ist endlich Weihnachten.
Er freut sich natürlich auf die Geschenke, aber auch darüber, dass die ganze Familie beisammen ist und zusammen feiert.

Martin hat einen kleinen Bruder.
Er heißt Jannik ist erst acht Jahre und freut sich auch auf Weihnachten.
Er freut sich aber nicht so sehr auf die Familie, sondern auf die
Geschenke die ihm der Weihnachtsmann bringen wird. Er hat denn
Weihnachtsmann noch nicht gesehen, ist aber fest davon überzeugt, dass
er ihn dieses Jahr ertappen wird, wie er die Geschenke unter den
Christbaum legt.


Montag 1 Dezember
Martins Wecker klingelt.
Müde erkennt er, dass es genau sechs Uhr ist. Um diese Zeit steht Martin immer auf.
Als er in die Küche geht, bleibt er verwundert stehen.
Jannik steht schon in der Küche, bereit in die Schule zu gehen.
Normalerweise steht er doch immer als letzter auf, da er es zur Schule
nicht sehr weit hat, warum also war er in der Küche?
Warum bist du schon wach, Jannik?“
Martin. Weißt du denn nicht, was heute für ein Tag ist?“ Entsetzt blickt er zu seinem Bruder auf.
Es ist Montag!“
Ja aber was für ein Montag?“, fragt Jannik ganz belustigt.
Ein ganz normaler ,langweiliger Schultag.", antwortet Martin etwas genervt.
Aber nein!“, sagt Jannik ganz empört. „Heute ist nicht irgendein Montag!
Heute darf man sein erstes Adventskalendertürchen aufmachen.
Also sind es nur noch 23 Tage bis Weihnachten.“
Martin sieht ihn komisch an.
Schon jetzt nerven wann Weihnachten ist und um wenn es vorbei ist, danach
gleich wieder zu fragen wann das nächste Weihnachten kommt.
Mittwoch 10 Dezember
Martin sitzt über seinen Schulaufgaben, als Jannik zur Haustüre hereinkommt.
Er strahlt bis über beide Ohren und sagt begeistert: „Heute haben wir im Musikunterricht Weihnachtslieder gesungen. Das war ganz toll. Und unser Lehrer sagt, dass wir die Lieder auf
unserer Weihnachtsfeier singen sollen.“
Machst du mit?“
Natürlich!“ Kurz verstummt Jannik und grinst dann hämisch. „Vielleicht bringt mir der Weihnachtsmann dann mehr Geschenke.“
Da musste Martin lachen.
Als ob man den Weihnachtsmann bestechen könnte.
Dann hätte er schon letztes Jahr dieses tolle PC-Spiel bekommen, dass er sich gewünscht hätte.



Freitag 12. Dezember
Jannik ist ganz aufgeregt, denn heute darf er mit Martin auf denn Weihnachtsmarkt gehen.
Er ist noch nie dort gewesen, weil er bisher zu jung war und seine
Mutter keine Zeit hatte, um mit ihm zu gehen.
Begeistert sieht er sich um:
Überall sind Menschen und viele stehen um ein großes Gehege herum, in dem ein Esel zu sehen ist.
Jedes Kind möchte ihn einmal streicheln.
Jannik natürlich auch.
Da fragt ihn Martin: „Jannik? Weißt du auch, warum dieser Esel hier stehtund wir Weihnachten feiern?“
Jannik schüttelt den Kopf. „Vor ganz vielen Jahren wurde in Bethlehem
ein Junge geboren. Sein Name war Jesus. Er verkündete die Botschaft Gottes und half den Menschen. Deswegen feiern wir Weihnachten. Wegen der Geburt von Jesus“
Verwundert fragte Jannik: Warum kommt dann der Weihnachtsmann?“
Martin lächelte.
Der kommt um den Menschen etwas Gutes zu tun, so wie Jesus und da
Jesus nicht mehr lebt macht das der Weihnachtsmann.“
Aha, danke Martin, dass du mir das erklärt hast. Jetzt denk ich doch noch ein bisschen anders über Weihnachten.“ Sie laufen weiter durch denn
Weihnachtsmarkt.
Plötzlich bleibt Jannik stehen.
Was ist denn jetzt schon wieder?“, fragt Martin der das ständige
anhalten von Jannik satt hat.
Da ist ein Karussell.“ Und da sieht Martin es auch. Es war sehr bunt mit
verschiedenen Tieren auf denen man sitzen konnte.
Darf ich fahren? Bitte!“
Da
Martin gute Laune hat macht es ihm nichts aus Jannik
fahren zu lassen.
Er erinnert sich selbst noch daran, wie er das erste Mal auf dem Karussell
saß und einen mit Schokolade überzogenen Apfel gegessen hatte. Schnell sieht er sich um.
Schnell entdeckt er
den Stand mit den Äpfeln.
Er geht zu Jannik, gibt ihm etwas Geld und sagt, dass er noch mal fahren
darf. Jannik strahlt über beide Ohren und geht zu dem Karussell.
Als Martin am Stand angekommen ist, kauft er sich gleich den schönsten
Apfel, mit der meisten Schokolade.
Fröhlich wie ein Kleinkind beißt er hinein.
Da stößt plötzlich jemand gegen ihn. Er will sich schon aufregen und
sehen wer ihn da angerempelt hat, aber als er sieht wer gegen ihn
gestoßen ist, lässt er fast den Apfel fallen.
Es ist Laura.
Sie ist in seiner Parallelklasse und Martin mag sie.
Sogar sehr.
Laura hat schwarze, mittellange Haare, und ein zartes Gesicht mit weicher Haut. Das mit der weichen Haut sagen zumindest ihre Freundinnen.
Was sie auch hat sind Sommersprossen.
Sogar im Winter.
Laura ist eher von ruhiger Natur, so wie Martin das
beurteilen kann.
Entschuldigung! Oh du bist es Martin.“ Sie stehen beide eine Weile
einfach nur da und lächeln sich verlegen an. Irgendwie ist es Martin
so schön warm. Da liegt irgendetwas in der Luft...

Da kommt Jannik angerannt.
Martin! Schau! Es schneit.“ Tatsächlich. Martin hat es gar nicht gemerkt.
Der erste Schnee dieses Jahr.
Da zieht Jannik an Martins Jacke. „Wer ist das?“
Martin will antworten, doch Laura kommt ihm zuvor: „Ich bin Laura, dein
Bruder ist auch auf meiner Schule.“
Jannik tritt zwischen die beiden. „Das ist also die Laura von der du
sooo viel erzählt hast.“
Martin wird knallrot. Er wünscht Jannik in Gedanken an irgendeinen Ort
der Erde wo er 450.000 Kilometer entfernt von ihm ist.
Doch
Laura lächelt. Martin mag sie also doch.
Jannik lacht schelmisch. Jetzt hat er etwas gefunden um seinen Bruder zu ärgern.
Aber er sieht, dass es Martin wirklich peinlich ist und er nicht nur
so tut als ob.
Martin sagt Jannik leise das er den Mund halten soll, sonst wird er
die Rentiere vom Weihnachtsmann in den Zoo bringen, sodass diese dem
Weihnachtsmann nicht helfen könnten und es keine Geschenke gäbe.

Zuerst ist Jannik leise, dann fängt er fürchterlich an zu weinen.
Ich möchte aber Geschenke bekommen und ich möchte nicht das die
Rentiere in den Zoo kommen wo sie jeder sehen kann!!!“
Martin versucht Jannik zu beruhigen.


Dienstag 16. Dezember
Martin sitzt im Wohnzimmer und schaut Fernsehen als er hört wie seine Mutter Jannik ruft, denn sie wollen heute zusammen Schlittschuh fahren gehen.
Das hat Martin schon oft gemacht und Jannik ist auch schon zweimal dabei gewesen.
Draußen liegt schon viel Schnee.
Martin schlägt Jannik vor das sie am nächsten Tag Schlitten fahren können, worauf Jannik begeistert zustimmt.
Die Mutter lächelt.
Es vergeht doch kein Tag an dem sie nichts zusammen machen.


In der Halle ist es sehr voll. Überall drängen sich Menschen - Sie wollen möglichst schnell die Schlittschuhe von dem Mann an der
Kasse ausgeliefert bekommen.
Martin muss sich nicht anstellen. Denn er hat sich von seinem Erspartem
letztes Jahr ein Paar gekauft. Sie waren sehr teuer gewesen, aber sie sind
wirklich schön.
Jannik hat  auch schon Schlittschuhe.
Sie sind zwar nicht so toll wie die von Martin, aber man kann damit fahren.


Jetzt stehen sie bereits auf der Eisfläche. Ihre Mutter fährt nicht
mit. Ihr ist das alles zu eng und zu gefährlich also steht sie lieber am Rand und sieht fasziniert zu.
Martin findet das nicht so schlimm.
So braucht er nicht auf Jannik
aufpassen und kann nebenbei die Mädchen mit seinen Tricks
beeindrucken. Aber er macht das sowieso nur aus Spaß.

Gestern hat er mit Laura geredet und er schaffte es sie ins Kino einzuladen.
Während er seine Runden dreht überlegt er angestrengt, was er denn
anziehen könnte.
Es soll nichts zu cooles, aber auch nichts zu normales sein.

Da hält er an.
Jannik hat sich auf das Eis gesetzt und sieht trotzig zu seiner Mutter.
Martin fragt was denn passiert sei, doch Jannik schmollte nur noch mehr.
Seine Mutter antwortet: „Ich habe ihm nur gesagt das er vorsichtig sein muss!“
Jannik steht empört auf. „Du hast was vergessen! Ich soll nicht so
schnell fahren, auf die anderen schauen, ja nicht ausrutschen, laut
Achtung rufen wenn ich losfahre, immer am Rand fahren, darauf zu
achten niemanden zu Überholen und das ich nicht so mit den Armen
schwingen soll! Aber ansonsten war es ja nichts!!!“
Martin versteht Jannik.
Er möchte auch nicht, dass er ständig zurecht gewiesen wird.
Wenn Martin mit allen Erwachsenen gleichzeitig sprechen könnte wurde
er das zu ihnen sagen:
Lasst eure Kinder auch mal etwas machen ohne ihnen ständig zu sagen
wie sie es machen sollen. Wir Kinder müssen unsere Grenzen selbst
herausfinden. Wir müssen Fehler machen um daraus zu lernen. Sonst lernen wir es nie."
Martin sieht zu seiner Mutter.
Martin?! Ich werde mit Jannik nach Hause gehen! Willst du noch da bleiben? Du kannst dann ja mit dem Bus zurückfahren.“
Martin überlegt kurz, dann entscheidet er sich zu bleiben, als ein Mann durch einen Lautsprecher sagt: „Liebe Besucher. Ich möchte sie darauf hinweisen das wir jetzt das Eis erneuern werden. Bitte verlassen sie die Fläche.
In 15 Minuten kann man dann wieder fahren!“
Also
verlässt Martin das Eis und sieht gespannt zu wie der große
Einsatzwagen auf das Eis fährt.
Der Wagen versprüht Wasser das mit einem speziellen Hilfsmittel in die
Lücken geschoben wird, die durch die Schlittschuhe entstanden sind.
Das Wasser gefriert wieder und die Lücken sind weg, als ob sie noch
nie da gewesen sind.
Es sind nur noch wenige Menschen da. Die meisten sind zeitig gegangen,
da ihre Kinder ins Bett müssen. Jannik schläft bestimmt auch schon.
Jetzt wird die Eisfläche wieder freigegeben.
Langsam machen sich die übrigen Leute auf den Weg in die Eismitte. Die
meisten denken das man dort besonders gut fahren kann und Martin mustert
die Leute interessiert.
Da waren zwei ältere Menschen, ein Paar Jungs und ein auch diverse Einzelne.
Da sieht Martin etwas. Ein Mädchen in schwarzem Schneeanzug und roter
Bommelmütze fährt alleine auf dem Eis herum.
Es ist Laura. Martin hat sofort das Verlangen zu ihr zu gehen.
Aber was dann? Soll er einfach mit ihr reden während er fuhr?
Da hat er eine Idee. Langsam ging er aufs Eis, sorgsam darauf bedacht
das Laura ihn nicht sieht.
Er schleicht sich von hinten an, bis er denkt, dass sie ihn jeden
Augenblick bemerkt.
So ist es auch. Sie sieht ihn ganz kurz an, fährt aber weiter und
macht so als hätte sie ihn nicht bemerkt. Er spielt mit. Er folgt
einfach ihren schönen schwarzen Haaren.
Urplötzlich dreht sie sich um. Martin sieht, dass sie am Eisrand sind
und sie sich gegen diesen lehnt. Martin ist zu schnell. Er kann nicht
mehr abbremsen.
Mit seinen Händen stützt er sich am Rand ab.
Er stößt gegen sie. Ihre Gesichter sind keine fünf Zentimeter
voneinander entfernt.
Er spürt ihren warmen Atem und er weiß nicht was er jetzt tun soll außer
sie anzulächeln. Sie schiebt ihn ein bisschen von sich weg. Martin
nimmt ihre Hände und fährt rückwärts. Dabei schaut er ihr die die ganze Zeit in die Augen.
Es ist keiner mehr da, außer ihnen.
Der Mann der die Musik abspielt sieht die beiden auf dem Eis und sucht
kurz in seinem Computer, dann hat er gefunden was er gesucht hat.
Es wird ein Liebeslied gespielt und die Lichter sind nur auf die zwei gerichtet.
Martin dreht Laura und legt seine Arme um ihre Hüfte. Sie fahren eine
halbe Ewigkeit so herum.
Irgendwann
kommt der Besitzer und bittet die beiden höflich das Eis zu
verlassen sonst würde er sie hier allein lassen.
Martin und Laura fahren mit dem Bus nach Hause, auch wenn sie gerne noch ewig dort geblieben wären.
Zum Abschied umarmen sie sich noch einmal ganz fest, dann geht Laura.
Martin weiß schon jetzt das, dass der schönste Tag in der Weihnachtszeit war.


Freitag 19. Dezember
Heute ist die Weihnachtsfeier in Janniks Schule. Martin geht auch mit.
Er möchte schließlich sehen wie Jannik mit seiner Klasse Weihnachtslieder singt.
In der Schule angekommen suchen sie sich einen Platz in der Mitte aus,
wo sie Jannik gut sehen können.
Dann fängt auch schon das Programm an.
Die Direktorin wünscht allen Eltern frohe Weihnachten und lässt dann
die erste Klasse auf die Bühne gehen.
Die Kinder singen das Lied “In der Weihnachtsbäckerei“.
Soweit so gut.
Jetzt kommt die dritte Klasse dran.
Die Schüler sagen ein Gedicht auf das sie selbst geschrieben haben.
Das fand Martin auch toll, aber er war erstaunt mit welcher Hingabe
sie das alles machten.
Nun kam eine kurze Pause, in der man Kaffee und Kuchen kaufen konnte.
Jannik will natürlich gleich zwei.
Als er das eine gegessen hat, muss er schon auf die Bühne.
Jannik ist gar nicht nervös.
Fröhlich schaut er zu Martin.
Sie singen “Fröhliche Weihnachten“ und “Kling Glöckchen klingelingeling“.
Das Programm ist schon fast vorbei.
Zum Abschluss kommen alle Klassen auf die Bühne und spielen die Szene
von der Geburt Jesus nach.
Als sie bei dem Stück mit dem Hirten sind, tritt der Hirte seine
Schafe mit einem Stock, sodass sie schneller laufen. Leider trifft er
den einen Schüler am Kopf.
Der Schüler steht wütend auf, nimmt den Stock und haut zurück.
Die Leute im Publikum fangen an zu lachen.
Der Hirte fand das aber gar nicht lustig.
Er fängt laut an zu schreien und rennt von der Bühne.






Dienstag 23. Dezember
Noch ein Tag bis zu Weihnachten und Jannik ist so aufgedreht, als hätte er Kaffee getrunken.
Gestern haben sie sich einen Weihnachtsbaum gekauft.
Er ist nicht besonders groß, aber schön.
Sie schmücken ihn noch am selben Abend.
Martins Mutter war für einheitlichen Schmuck, aber Jannik und Martin
schmissen die Kugeln, das Lametta und die kleinen Engelchen regelrecht
auf den Baum.
Nun sitzen sie beieinander im Wohnzimmer und reden über die schönen
Weihnachtstage.
Morgen ist Weihnachten.
Es wird keine traditionelle Weihnachtsgans geben, sie haben sich für Raclette entschieden.
Morgen ist Weihnachten.



In diesem Moment verlassen wir Jannik und Martin.
Wir wollen sie diese letzten Stunde alleine erleben lassen.
Dann können wir uns besser auf unsere Weihnachten konzentrieren.
Waren sie schon auf dem Weihnachtsmarkt?
Sind sie Schlittschuh gefahren, oder haben sie es noch vor?


















Kommentare:

  1. schöne Geschichte. Ein paar Zeitfehler und ein paar Rechtschreibfehler, "Sie" groß, aber sonst sehr schön. :)

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  2. Genau.
    Mögen tue ich es auch. Nieeeedlich die beiden! So süß. Ich geh die mal klauen ;)

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  3. wow ich finde es auch unglaublich es ist schön ,süß,lustig,verwunderlich...alles in einem

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