Sonntag, 24. Juni 2018

Wie war...der CSD 2018 in Freiburg?

Was ist der "CSD" eigentlich?

Der Christopher Street Day ist ein Gedenk-, Demonstrations- und Festtag von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transgendern, Intersexuellen, Asexuellen. Ursprung war der Stonewall-Aufstand in New York. Wer mehr über die Ursprünge erfahren möchte kann sich den Wikipedia Artikel durchlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Street_Day 

Warum der "CSD" notwendig ist:

Wer glaubt das mit der Gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland der Kampf um Gleichberechtigung beendet ist, täuscht sich. Noch immer werden Menschen aufgrund ihrer Sexuellen Orientierung diskriminiert und ausgegrenzt. Noch immer gibt es klar herrschende Vorstellungen von Rollenbildern und Personen welche nicht der Norm entsprechen haben es nicht leicht in der Gesellschaft. Eine genaue Auflistung über die Forderungen des CSD 2018 in Freiburg kann man hier durchlesen: https://freiburg-pride.de/2018/03/20/forderungen/

Wie war der CSD 2018 in Freiburg?

Ich selbst war noch nie Zuschauer bei einem Christopher Street Day. Ich war im Vorfeld über die Intention und die Notwendigkeit informiert und wusste das der Tag sehr bunt werden würde. Im Vorfeld gab es Differenzen zwischen der Stadt Freiburg und den Veranstaltern des CSD über die Route der Demonstration: Die Stadt hegte Sicherheitsbedenken, sollte eine Strecke durch die Innenstadt ermöglicht werden. Andere Demonstrationen durften in der Vergangenheit dagegen mit Befürwortung der Stadt durch die Innenstadt ziehen. Die Veranstalter zogen vor Gericht und bekamen Recht zugesprochen. Um 14 Uhr kam ich mit meinen Freunden in der Stadt an. Bereits aus der Ferne hörte man laute Musik und überall um einen herum waren junge und alte Menschen in Regenbogenfarben zu sehen. Bevor der Demonstrationszug bestehend aus vielen kreativ gestalten Wagen loszog, gab es eine Kundgebung um auf die Notwendigkeit hinzuweisen. Ich streifte mit meinen Freunden einmal mitten durch die Menge hindurch, vorbei an einer bunten Mischung aus Fahnen, Kostümen, Nacktheit und Freude.


Die Parade selbst sahen wir uns vom Rand aus an und ich war überwältigt: Ich habe selten so viele Glückliche Menschen gesehen. Die Sonne strahlte und die Teilnehmenden und Zusehenden strahlten ebenso. Laute Musik dröhnte von den Wagen und Flyer, Prospekte und Kondome wurden verteilt. Auf Plakaten, Schildern und Bannern wurde dem Stonewall-Aufstand gedacht, Kritik an der Stadt geübt und für "Lieb´wen du willst!" geworben. Schrille Kostüme und nackte Menschen wirkten gar nicht mehr so schrill und besonders: Auf dem CSD durfte jeder so sein und sich so kleiden wie es einem selbst gefiel. So sollte es immer sein. Als der letzte Wagen an uns vorbeizog, schlossen wir uns den zu Fuß laufenden Menschen an und waren plötzlich teil der feiernden und weltoffenen Menschen. Damit waren wir nicht alleine - Immer wieder mischten sich Personen, welche am Rand standen in die Menge, liefen ein Stück mit und tanzten ausgelassen zu der Musik. Einziger Wermutstropfen: Die Parade selbst dauerte bis 19 Uhr an und obgleich sich alle Teilnehmenden große Mühe gaben, war die Erschöpfung zum Ende hin klar zu sehen. Da wäre es vielleicht besser gewesen die Strecke etwas kürzer zu planen um dann aber zu jeder Zeit volle Energie liefern zu können. 

Mein Fazit

Die Tatsache das es Notwendig ist für die geforderten Aspekte zu Demonstrieren ist traurig. Die Tatsache aber das sich so viele Menschen (in Freiburg ca. 8.000 Teilnehmer*innen) für eine bessere Behandlung und die Akzeptanz jeglicher Menschen einsetzen ist super! Ich selbst habe einen tollen Tag mit meinen Freunden erlebt und freue mich auf eine bunte Zukunft.







Montag, 18. Juni 2018

ABI - Und nun?



Wenn ich zurück in die Vergangenheit reisen könnte, um meinem „damaligen Ich“ sagen zu können, dass ich nach der Realschule (mit etwas Umwegen) eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher absolvieren würde und dann noch mein Allgemeines Abitur nachholen werde, hätte es mich wohl ausgelacht. Zwar bin ich immer, obgleich ich nicht sehr beliebt war, gerne in die Schule gegangen, aber meine Noten waren nie mehr als Mittelmaß. Das ich während der Ausbildung meine Fachhochschulreife mitmache war für mich aber direkt klar. Zum Ende der Ausbildung wurde mir bewusst, dass mein Weg des Lernens noch weiter gehen muss, um meine Ziele zu erreichen. Mit dem zweiten Schuljahr stellten sich bei mir privat einige Änderungen ein und durch Hilfe, Geduld und Motivation von sehr guten Freundschaften legte ich meinen Dickkopf in einzelnen Fächern beiseite und erzielte bessere Resultate als im Vorjahr. Jetzt wo ich meine Prüfungsergebnisse vorliegen habe, kann ich zufrieden sein und stolz darauf was ich noch an Noten in den positiven Bereich retten konnte. Und nun?
Jetzt steht noch eine mündliche Prüfung an, dann wird das Zeugnis gedruckt und der große Rummel an Bewerbungen für einen Studienplatz geht los: Jede Uni oder Pädagogische Hochschule hat eine andere Handhabung, für den selben Studiengang liest man fünf verschiedene Beschreibungen nur um dann genauso viel zu Wissen wie vorher. Dokumente, welche für die Bewerbung notwendig sind, werden gesucht und eingescannt. Täglich google ich nach dem Numerus Clausus für die Studiengänge die für mich interessant und relevant scheinen – Vielleicht reichen meine Noten ja plötzlich doch nicht mehr aus? Hektisch rechne ich mir anhand meines Abiturdurchschnittes meine erreichten Punkte aus. Da fällt mir ein das ich ja noch eine Ausbildung gemacht habe, die kann ich mir doch sicherlich auch anrechnen lassen. Nach dem Überfliegen von drei Seiten „Informationen“ über die Berechnung der zusätzlich zu erhaltenden Punkte aufgrund von absolvierten Ausbildungen, stelle ich zufrieden fest das ich jetzt sogar mehr Punkte als notwendig haben sollte. Abi! Und nun?
Wo soll ich eigentlich studieren? Im Vorfeld hat man sich natürlich schlau gemacht, sich mutig auf die Webseiten gewagt und die Schlacht der Unübersichtlichkeit mehr oder weniger gewonnen. Natürlich war man schlau und ist persönlich zu den Studienorten gefahren, hat sich Vorträge angehört und die Stadt selbst als solches kritisch inspiziert. Schließlich soll man dort einige Jahre lernen, wohnen, leben. Das die Qualität des Lebens durch hohe Mietkosten (Ernsthaft Freiburg, was soll der Sch***?!), Fahrkarten und Teilhabe am Öffentlichen Leben - nicht gerade rosig wird -ist mir bewusst. Aber das wird sich im Nachhinein ja alles gelohnt haben. Oder?
Jede Veranstaltung in Vorbereitung auf ein Studium hatte erwähnt das es im Studium vor allem wichtig ist etwas über sich selbst zu lernen. Das die kommende Zeit sehr wertvoll wird, und man durchaus darauf achten sollte neben all dem Lernen, dass Feiern und Erkunden der eigenen Persönlichkeit nicht zu kurz kommen zu lassen. Das klingt ziemlich romantisch. Bei der Vorstellung das ich mit bald 25 (In Worten: Fünfundzwanzig) Jahren gar nicht mehr unbedingt zu den jungen, wilden, Studentengattung gehöre flüstert mir die Stimme der Vernunft schon sorgsam in mein Ohr. Wenn ich daran denke in kurzer Zeit aber über den Campus einer Universität oder Pädagogischen Hochschule zu laufen erhöht sich mein Herzschlag aber durchaus. In einem Saal voller fremder Menschen zu sitzen, die der Vorlesung nahezu keine Beachtung schenken, da man ja ohnehin das Meiste zuhause nachlesen kann und erst benötigt wenn es Ernst wird – Das weckt in mir Freude. ABI – Aber was den nun?
Einen Gang zurück schalten, durchatmen. Die Bewerbungen fristgerecht einreichen und abwarten. Bis man eine Zusage oder Absage erhält, kann schließlich eine ganze Weile dauern. Daher freue ich mich nun erst einmal über meine Leistung und blicke, leicht sorgsam, aber voller Vorfreude in die nahe Zukunft.