Freitag, 30. März 2018

Serienkritik "On My Block"

Netflix setzte bei "Tote Mädchen lügen nicht", "The End of the F***cking World" und anderen aktuellen Serien auf Jugendliche Hauptcharaktere mit meist unbekannten Schauspielern. Dieser Trend setzt sich in der neuen Serie "On My Block" fort.

© Netflix
Die Clique bestehend aus Monse (Sierra Capri), Cesar (Diego Tinoco), Ruby (Jason Genao) und Jamal (Brett Gray) erwartet nach den Sommerferien die neue Welt der Highschool. Monse war den Sommer über in einem Ferienlager und während diese weg war, erzählte Cesar das er mit Monse geschlafen hat. Doch das ist nicht alles: Cesar wurde in die Gang seines großen Bruders eingeführt. Diese ist im gesamten Block bekannt und steht in Zusammenhang mit allerlei Kriminellen Machenschaften. Für die Freunde ist es sofort festes Ziel ihren Freund aus den vermeintlichen Fängen der Gang zu befreien. Und dann zieht noch die attraktive Olivia (Ronni Hawk) bei Ruby ein und bringt vieles durcheinander.

Wer jetzt eine reife, dramatisch erzählte Jugendgeschichte erwartet wird enttäuscht. Die Serie setzt viel auf Humor der getränkt ist von Klischees. Das funktioniert zwar immer mal wieder, aber den Charakteren fehlt es dadurch an persönlicher Tiefe und Glaubhaftigkeit. Dabei ist die Grundidee gut: Gerade in Amerika in Vierteln welche wo Gangkriminalität Alltag ist, wachsen natürlich dennoch Jugendliche heran, gehen auf ihre ersten Partys, sind verwickelt in Liebesdramen und haben persönliche Sorgen - Nur das dort immer mal wieder Pistolenschüsse und Polizeisirenen zu hören sind. Die Macht und Gefahr die von der Gang in der Serie aber ausgehen soll ist leider sehr Oberflächlich behandelt und wenig glaubhaft. Jede der zehn Folgen umfasst 30 Minuten und halten einen durch mehr oder weniger überraschende Plot-Twist am Ball. Gerade mit den letzten Folgen winkt man stark mit der "Eine-zweite-Staffel-würde-Sinn-machen" Tafel und gibt dem Zuschauer das Gefühl das die schwache Handlung eigentlich deutlich besser war als angenommen.

Versteht mich nicht falsch: Ich habe die Serie am Stück angesehen und konnte einzelne Handlungen und Personen durchaus lieb gewinnen, nur die Fassade der Serie wirkte für mich unglaubwürdig umgesetzt. Mit mehr Ernsthaftigkeit und weniger Klischees hätte mich die Serie sicher mehr begeistert. So habe ich mich immer wieder über verpatzte Chancen geärgert und zeitweise gewundert wie viele Stereotypen man in 30 Minuten packen kann.