Sonntag, 2. Dezember 2018

Die "richtige" Erziehung (?)

"Ich habe euch damals so erzogen wie ich es für richtig empfand.", sagt mir meine Mutter oft, wenn ich mich mit ihr über neue Erkenntnisse während meiner Ausbildung oder meinem jungen Studium unterhalte. In Gesprächen mit anderen Leuten, welche bereits Kinder großgezogen haben, höre ich öfters: "Ich hab bestimmt nicht immer alles richtig gemacht, aber was gescheites ist noch aus allen geworden."
Die Frage nach dem was "richtig" und was "falsch" ist beschäftigt mich seit der Ausbildung immer wieder. Nur weil etwas gelungen ist, bedeutet es noch nicht das etwas in dem Maße erreicht wurde wie es hätte sein können. Die Auffassung darüber was als "richtig" und was als "falsch" empfunden wird ist meist sehr subjektiv und wird noch mehr von individuellen Auffassungen beeinflusst wenn es um die Arbeit mit Menschen geht. Dabei sollte man ganz klar Unterscheiden wer erzieht. Die Erziehung im Elternhaus ist nur in geringen Maße mit der Erziehung in der Kindertagesstätte, der Schule, den Großeltern oder durch Freunde und Verwandte zu bewerten. In jedem der Bereiche wird unter dem Begriff "Erziehung" oft etwas anderes verstanden. Die Fachkräfte in der Kindertagesstätte würden sagen das Erziehung ein Prozess ist welcher geplant, bewusst und zielorientiert geschieht. Dort wird nach einem Bildungs- und Orientierungsplan gearbeitet - Erziehungsziele lassen sich (bei uns in Baden-Würtemberg) somit aus einem 172 Seiten füllenden Dokument entnehmen. Bedeutet dieser Leitfaden gleichzeitig das "richtig" erzogen wird? Meine Erfahrungen während der Ausbildung haben mich anderes gelehrt.
Die Erziehung im Elternhaus ist auch an Erziehungsziele geknüpft, wenn auch oft weniger planvoll - Erziehung hier geschieht oft beiläufig und dieser Punkt wird von vielen, meiner Meinung nach, unterschätzt: Nur weil ich etwas nicht ganz bewusst tue, bedeutet das nicht, das ich nicht erziehe. Ob jede Interaktion mit einem Kind oder Jugendlichen als Erziehung gesehen werden kann, darüber lässt sich gewiss streiten. Aber der Einfluss unbewusster Handlungsweisen sollte nicht übersehen werden: Hier weicht ein vermeintliches "richtig" schnell mal einer fragwürdigen Handlungsweise. Einem Kind "Hausarrest" zu geben mag in der vermeintlichen Situation für das Elternteil die "richtige" Handlungsweise sein, welch Wirkungen dies auf das Kind haben kann wird aber schnell unterschätzt.
Was kann den als "richtige" Erziehung verstanden werden und gibt es den überhaupt DIE "richtige" Erziehung? Meiner Meinung nach gibt es keine Art der Erziehung welche als eindeutig richtig eingestuft werden kann. Aber ich bin der Auffassung das die Erziehung in einzelnen Bereichen deutlich verbessert werden kann und dort Möglichkeiten bestehen etwas in unterschiedlich qualitative Stufen einzuordnen. Dies beinhaltet für mich ein sehr großes Konstrukt an verschiedenen Ebenen, welche alle in sich noch einmal verschiedene Klassifizierungen beinhalten und immer wieder kritisch reflektiert werden müssen. Ich denke auch das diese Form der qualitativ hochwertigeren Erziehung in erster Instanz lediglich durch Krippen, Kindertagestätten und Schulen, etc. erreicht werden kann und erreicht werden sollte - Dort arbeiten schließlich (vermeintliche) Fachkräfte, welche über das notwendige Fachwissen und praktische Handlungsmöglichkeiten verfügen (sollten).
Eine gleichwertige Erziehung kann in meinen Augen nicht von Eltern erwartet werden. Das eben angesprochene Fachwissen ist nicht oft vorhanden. Vermeintliche Elternratgeber bemühen sich selektives Wissen und Handlungsstrategien zu vermitteln, die Ratschläge dieser kommen aber nicht selten aus der Feder von Personen, welche selbst kein fundiertes Fachwissen haben und somit lediglich ihre eigenen Vorstellungen über eine "richtige" Erziehungspraxis vermitteln. Neben der Tatsache das Eltern oder zumindest Elternteile arbeiten ist die Belastung durch diese nicht außer Acht zu lassen und besonders wichtig ist hervorzuheben, dass das Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern auf natürliche Weise klar anders ist, das jenes zwischen pädagogischer Fachkraft und dem Kind. Eltern sollten und können die Erziehung am Kind gar nicht instrumentalisieren und perfektionieren wie dies in einer Einrichtung möglich ist.
Sollte also alle Verantwortung der Erziehung in die Hand von pädagogischen Fachkräften gelegt werden? Natürlich nicht. Ich sehe die Erziehung im Kindergarten zum Beispiel aber als primäre Grundlage für eine richtige Erziehung, welche im Elternhaus immer wieder auf Hindernisse stößt und dort feiner geschliffen werden sollte. Ebenso sehe ich die Eltern der Kinder in der Verantwortung sich bewusster ihrer unbewussten Erziehung zu werden um nebensächliche Erziehungsfehler zu vermeiden und sich im allgemeinen öfter (oder überhaupt) kritisch zu reflektieren. Erziehung ist schließlich ein fortlaufender Prozess.
Was nun aber abschließend als "richtige" Erziehung bezeichnet werden kann vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Ich werde mich weiter intensiv damit beschäftigen wie und in welcher Form eine qualitativ bessere und meiner Auffassung nach "richtige" Erziehung in Kinderkrippen, Kindertagesstätten und Schulen erreicht werden kann. Am wichtigsten ist es aber das man überhaupt wieder mehr ins Gespräch miteinander kommt und sich darüber unterhält und diskutiert wie man erzieht und warum man dies so praktiziert.   

Sonntag, 24. Juni 2018

Wie war...der CSD 2018 in Freiburg?

Was ist der "CSD" eigentlich?

Der Christopher Street Day ist ein Gedenk-, Demonstrations- und Festtag von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transgendern, Intersexuellen, Asexuellen. Ursprung war der Stonewall-Aufstand in New York. Wer mehr über die Ursprünge erfahren möchte kann sich den Wikipedia Artikel durchlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Christopher_Street_Day 

Warum der "CSD" notwendig ist:

Wer glaubt das mit der Gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland der Kampf um Gleichberechtigung beendet ist, täuscht sich. Noch immer werden Menschen aufgrund ihrer Sexuellen Orientierung diskriminiert und ausgegrenzt. Noch immer gibt es klar herrschende Vorstellungen von Rollenbildern und Personen welche nicht der Norm entsprechen haben es nicht leicht in der Gesellschaft. Eine genaue Auflistung über die Forderungen des CSD 2018 in Freiburg kann man hier durchlesen: https://freiburg-pride.de/2018/03/20/forderungen/

Wie war der CSD 2018 in Freiburg?

Ich selbst war noch nie Zuschauer bei einem Christopher Street Day. Ich war im Vorfeld über die Intention und die Notwendigkeit informiert und wusste das der Tag sehr bunt werden würde. Im Vorfeld gab es Differenzen zwischen der Stadt Freiburg und den Veranstaltern des CSD über die Route der Demonstration: Die Stadt hegte Sicherheitsbedenken, sollte eine Strecke durch die Innenstadt ermöglicht werden. Andere Demonstrationen durften in der Vergangenheit dagegen mit Befürwortung der Stadt durch die Innenstadt ziehen. Die Veranstalter zogen vor Gericht und bekamen Recht zugesprochen. Um 14 Uhr kam ich mit meinen Freunden in der Stadt an. Bereits aus der Ferne hörte man laute Musik und überall um einen herum waren junge und alte Menschen in Regenbogenfarben zu sehen. Bevor der Demonstrationszug bestehend aus vielen kreativ gestalten Wagen loszog, gab es eine Kundgebung um auf die Notwendigkeit hinzuweisen. Ich streifte mit meinen Freunden einmal mitten durch die Menge hindurch, vorbei an einer bunten Mischung aus Fahnen, Kostümen, Nacktheit und Freude.


Die Parade selbst sahen wir uns vom Rand aus an und ich war überwältigt: Ich habe selten so viele Glückliche Menschen gesehen. Die Sonne strahlte und die Teilnehmenden und Zusehenden strahlten ebenso. Laute Musik dröhnte von den Wagen und Flyer, Prospekte und Kondome wurden verteilt. Auf Plakaten, Schildern und Bannern wurde dem Stonewall-Aufstand gedacht, Kritik an der Stadt geübt und für "Lieb´wen du willst!" geworben. Schrille Kostüme und nackte Menschen wirkten gar nicht mehr so schrill und besonders: Auf dem CSD durfte jeder so sein und sich so kleiden wie es einem selbst gefiel. So sollte es immer sein. Als der letzte Wagen an uns vorbeizog, schlossen wir uns den zu Fuß laufenden Menschen an und waren plötzlich teil der feiernden und weltoffenen Menschen. Damit waren wir nicht alleine - Immer wieder mischten sich Personen, welche am Rand standen in die Menge, liefen ein Stück mit und tanzten ausgelassen zu der Musik. Einziger Wermutstropfen: Die Parade selbst dauerte bis 19 Uhr an und obgleich sich alle Teilnehmenden große Mühe gaben, war die Erschöpfung zum Ende hin klar zu sehen. Da wäre es vielleicht besser gewesen die Strecke etwas kürzer zu planen um dann aber zu jeder Zeit volle Energie liefern zu können. 

Mein Fazit

Die Tatsache das es Notwendig ist für die geforderten Aspekte zu Demonstrieren ist traurig. Die Tatsache aber das sich so viele Menschen (in Freiburg ca. 8.000 Teilnehmer*innen) für eine bessere Behandlung und die Akzeptanz jeglicher Menschen einsetzen ist super! Ich selbst habe einen tollen Tag mit meinen Freunden erlebt und freue mich auf eine bunte Zukunft.







Montag, 18. Juni 2018

ABI - Und nun?



Wenn ich zurück in die Vergangenheit reisen könnte, um meinem „damaligen Ich“ sagen zu können, dass ich nach der Realschule (mit etwas Umwegen) eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher absolvieren würde und dann noch mein Allgemeines Abitur nachholen werde, hätte es mich wohl ausgelacht. Zwar bin ich immer, obgleich ich nicht sehr beliebt war, gerne in die Schule gegangen, aber meine Noten waren nie mehr als Mittelmaß. Das ich während der Ausbildung meine Fachhochschulreife mitmache war für mich aber direkt klar. Zum Ende der Ausbildung wurde mir bewusst, dass mein Weg des Lernens noch weiter gehen muss, um meine Ziele zu erreichen. Mit dem zweiten Schuljahr stellten sich bei mir privat einige Änderungen ein und durch Hilfe, Geduld und Motivation von sehr guten Freundschaften legte ich meinen Dickkopf in einzelnen Fächern beiseite und erzielte bessere Resultate als im Vorjahr. Jetzt wo ich meine Prüfungsergebnisse vorliegen habe, kann ich zufrieden sein und stolz darauf was ich noch an Noten in den positiven Bereich retten konnte. Und nun?
Jetzt steht noch eine mündliche Prüfung an, dann wird das Zeugnis gedruckt und der große Rummel an Bewerbungen für einen Studienplatz geht los: Jede Uni oder Pädagogische Hochschule hat eine andere Handhabung, für den selben Studiengang liest man fünf verschiedene Beschreibungen nur um dann genauso viel zu Wissen wie vorher. Dokumente, welche für die Bewerbung notwendig sind, werden gesucht und eingescannt. Täglich google ich nach dem Numerus Clausus für die Studiengänge die für mich interessant und relevant scheinen – Vielleicht reichen meine Noten ja plötzlich doch nicht mehr aus? Hektisch rechne ich mir anhand meines Abiturdurchschnittes meine erreichten Punkte aus. Da fällt mir ein das ich ja noch eine Ausbildung gemacht habe, die kann ich mir doch sicherlich auch anrechnen lassen. Nach dem Überfliegen von drei Seiten „Informationen“ über die Berechnung der zusätzlich zu erhaltenden Punkte aufgrund von absolvierten Ausbildungen, stelle ich zufrieden fest das ich jetzt sogar mehr Punkte als notwendig haben sollte. Abi! Und nun?
Wo soll ich eigentlich studieren? Im Vorfeld hat man sich natürlich schlau gemacht, sich mutig auf die Webseiten gewagt und die Schlacht der Unübersichtlichkeit mehr oder weniger gewonnen. Natürlich war man schlau und ist persönlich zu den Studienorten gefahren, hat sich Vorträge angehört und die Stadt selbst als solches kritisch inspiziert. Schließlich soll man dort einige Jahre lernen, wohnen, leben. Das die Qualität des Lebens durch hohe Mietkosten (Ernsthaft Freiburg, was soll der Sch***?!), Fahrkarten und Teilhabe am Öffentlichen Leben - nicht gerade rosig wird -ist mir bewusst. Aber das wird sich im Nachhinein ja alles gelohnt haben. Oder?
Jede Veranstaltung in Vorbereitung auf ein Studium hatte erwähnt das es im Studium vor allem wichtig ist etwas über sich selbst zu lernen. Das die kommende Zeit sehr wertvoll wird, und man durchaus darauf achten sollte neben all dem Lernen, dass Feiern und Erkunden der eigenen Persönlichkeit nicht zu kurz kommen zu lassen. Das klingt ziemlich romantisch. Bei der Vorstellung das ich mit bald 25 (In Worten: Fünfundzwanzig) Jahren gar nicht mehr unbedingt zu den jungen, wilden, Studentengattung gehöre flüstert mir die Stimme der Vernunft schon sorgsam in mein Ohr. Wenn ich daran denke in kurzer Zeit aber über den Campus einer Universität oder Pädagogischen Hochschule zu laufen erhöht sich mein Herzschlag aber durchaus. In einem Saal voller fremder Menschen zu sitzen, die der Vorlesung nahezu keine Beachtung schenken, da man ja ohnehin das Meiste zuhause nachlesen kann und erst benötigt wenn es Ernst wird – Das weckt in mir Freude. ABI – Aber was den nun?
Einen Gang zurück schalten, durchatmen. Die Bewerbungen fristgerecht einreichen und abwarten. Bis man eine Zusage oder Absage erhält, kann schließlich eine ganze Weile dauern. Daher freue ich mich nun erst einmal über meine Leistung und blicke, leicht sorgsam, aber voller Vorfreude in die nahe Zukunft.

Samstag, 28. April 2018

Spielekritik "Harry Potter: Hogwarts Mystery"

Durch die geheimnisvollen Gänge Hogwarts zu schleichen, sich auf einem Besen in die Luft schwingen und sich dafür einsetzen das man den Hauspokal gewinnt - All dies sind Vorstellungen, welche jeder Harry Potter Fan sicherlich wahr werden lassen würde. Schließlich ist es nach dem vermeintlichen Ende der Romane und den Verfilmungen rund um den Magier Harry Potter etwas still um die Schule für Hexerei und Zauberei geworden. Das Abenteuer rund um die Fantastischen Tierwesen erweckt die Magie zwar erneut zum Leben, aber Dreh und Angelpunkt ist nicht Hogwarts. Umso besser das mit "Harry Potter: Hogwarts Mystery" die Möglichkeit geboten wird selbst als Schüler/in Zaubertränke zu brauen und magische Duelle auszufechten. Und das ganze sogar auf dem Smartphone. Umsonst. Kann das gut gehen?
Das Spiel stammt vom Label Portkey Games von Warner Bros. Interactive Entertainment und wurde von JamCity, Inc. entwickelt. Das Entwicklerstudio war mir bisher komplett unbekannt. Dabei haben diese bereits einige Mobile Games entwickelt: Cookie Jam, Panda POP, Sugar Smash!,... Nichts das mich begeistern würde. Aber worum geht es in dem Spiel überhaupt?

Handlung

Quelle: http://www.harrypotterhogwartsmystery.com/de/
In Harry Potter: Hogwarts Mystery schlüpfen wir in die Rolle eines Zauberers oder einer Hexe - Unser Aussehen dürfen wir hierfür "individuell" (es gibt ein paar wenige Gestaltungsmöglichkeiten) anpassen. Und dann geht es auch schon ab in die Winkelgasse wo wir erste Freundschaften schließen. Schnell sammeln wir unsere notwendigen Utensilien ein: Ein paar Bücher und natürlich holen wir uns einen Zauberstab bei Ollivander. Anschließend geht es direkt mit dem Zug nach Hogwarts. Dort weist uns der sprechende Hut (eigentlich eher wir selbst) einem der Vier Häuser zu. Und dann beginnt schon der Alltag als Zauberer oder Hexe. Wir lernen Mitschüler und Rivalen kennen und müssen uns in verschiedenen Aufgaben durch einige Prüfungen kämpfen. Besonders gut: Unsere Aktionen haben Auswirkungen auf unsere Freunde und nebenbei sammeln wir Punkte um den Hauspokal am Ende des Jahres zu gewinnen. Und nebenbei erfahren wir mehr über die Hintergründe unseres Hauptcharakters. Dessen großer Bruder wurde nämlich von Hogwarts verwiesen und scheint sich dem dunklen Zauberer Voldemort angeschlossen zu haben. Richtig gelesen: Das Spiel reiht sich in die Erlebnisse vor dem ersten Teil des Romans ein. Dadurch treffen wir im Laufe des Spiels auf ganz viele Bekannte Gesichter.

Art des Spiels

Da das Spiel kostenlos zum Download bereit gestellt wird, dürfte jedem schnell klar werden das der Spielspaß nicht tatsächlich kostenlos ist. Um eine Aufgabe abzuschließen bleibt uns entweder warten (was bereits kurz nach Beginn mehrere Stunden dauern kann), oder das Klicken auf kleinere Teilaufgaben. Beim erledigen dieser verbrauchen wir Energie. Und ist diese einmal aufgebraucht gilt es entweder zu warten bis sich diese wieder regeneriert hat, oder Diamanten zu nutzen. Diese erhält man im Laufe des Spieles immer mal wieder einfach so, ansonsten muss man dafür bezahlen. Dabei handelt es sich um Preise zwischen 1,09€ und 109,99€. Wer sich zudem noch kosmetische Änderungen zulegen möchte, wie einen schicken Mantel oder eine neue Frisur kann mit Goldmünzen bezahlen. Oder Goldmünzen kaufen. Hier beginnt der Preis ebenfalls bei 1,09€ und hat die Obergrenze bei 54,99€.
Wer also keinen magischen Geldbeutel zur Hand hat wird entweder schnell viel Geld ausgeben oder frustriert darauf warten das sich die Energie wieder auffüllt. Und warten muss man schon nach kurzer Spieldauer. Es ist klar erkenntlich das darauf abgezielt wird das man Geld ausgibt um das Spiel tatsächlich etwas länger am Stück spielen zu können. Das ist Schade und wird sicherlich viele Spieler schnell für immer verjagen. 

Gesamteindruck

Die Grafik des Spiels sieht verhältnismäßig gut aus. Wenn man aber bedenkt das eine Firma wie Warner Bros. Interactive Entertainment dahinter steckt, hätte man doch mehr erwarten können. Das wiedersehen bekannter Gesichter freut jeden Fan der Serie und die neuen Charaktere fügen sich gut in die Handlung ein. Die Handlung selbst ist durch die Geheimnisse der einzelnen Personen interessant gestaltet, zumal das Spiel offiziell lizenziert ist. Bei dem Spiel auf ein PaytoPlay System zu setzen ist jedoch frustrierend und nimmt jegliche Magie aus dem Spiel. Hätte man das Spiel für 5€ oder 10€ zum Kauf angeboten hätten sicherlich extrem viele Fans zugelangt. So bleibt für mich persönlich nur zu Hoffen, dass das System des Spiels verändert wird oder man als Firma merkt das ein Vollpreisspiel mehr begeistern kann. Schade, der Ansatz und die Idee ist wirklich gut.

Freitag, 30. März 2018

Serienkritik "On My Block"

Netflix setzte bei "Tote Mädchen lügen nicht", "The End of the F***cking World" und anderen aktuellen Serien auf Jugendliche Hauptcharaktere mit meist unbekannten Schauspielern. Dieser Trend setzt sich in der neuen Serie "On My Block" fort.

© Netflix
Die Clique bestehend aus Monse (Sierra Capri), Cesar (Diego Tinoco), Ruby (Jason Genao) und Jamal (Brett Gray) erwartet nach den Sommerferien die neue Welt der Highschool. Monse war den Sommer über in einem Ferienlager und während diese weg war, erzählte Cesar das er mit Monse geschlafen hat. Doch das ist nicht alles: Cesar wurde in die Gang seines großen Bruders eingeführt. Diese ist im gesamten Block bekannt und steht in Zusammenhang mit allerlei Kriminellen Machenschaften. Für die Freunde ist es sofort festes Ziel ihren Freund aus den vermeintlichen Fängen der Gang zu befreien. Und dann zieht noch die attraktive Olivia (Ronni Hawk) bei Ruby ein und bringt vieles durcheinander.

Wer jetzt eine reife, dramatisch erzählte Jugendgeschichte erwartet wird enttäuscht. Die Serie setzt viel auf Humor der getränkt ist von Klischees. Das funktioniert zwar immer mal wieder, aber den Charakteren fehlt es dadurch an persönlicher Tiefe und Glaubhaftigkeit. Dabei ist die Grundidee gut: Gerade in Amerika in Vierteln welche wo Gangkriminalität Alltag ist, wachsen natürlich dennoch Jugendliche heran, gehen auf ihre ersten Partys, sind verwickelt in Liebesdramen und haben persönliche Sorgen - Nur das dort immer mal wieder Pistolenschüsse und Polizeisirenen zu hören sind. Die Macht und Gefahr die von der Gang in der Serie aber ausgehen soll ist leider sehr Oberflächlich behandelt und wenig glaubhaft. Jede der zehn Folgen umfasst 30 Minuten und halten einen durch mehr oder weniger überraschende Plot-Twist am Ball. Gerade mit den letzten Folgen winkt man stark mit der "Eine-zweite-Staffel-würde-Sinn-machen" Tafel und gibt dem Zuschauer das Gefühl das die schwache Handlung eigentlich deutlich besser war als angenommen.

Versteht mich nicht falsch: Ich habe die Serie am Stück angesehen und konnte einzelne Handlungen und Personen durchaus lieb gewinnen, nur die Fassade der Serie wirkte für mich unglaubwürdig umgesetzt. Mit mehr Ernsthaftigkeit und weniger Klischees hätte mich die Serie sicher mehr begeistert. So habe ich mich immer wieder über verpatzte Chancen geärgert und zeitweise gewundert wie viele Stereotypen man in 30 Minuten packen kann.   

Mittwoch, 31. Januar 2018

Filmritik: "Maze Runner 3: Die Auserwählten in der Todeszone"

© Twentieth Century Fox of Germany GmbH
"Maze Runner 3: Die Auserwählten in der Todeszone" ist der letzte Teil der Verfilmung der Jugendbücher von James Dashner. Die ersten beiden Verfilmungen waren mit ihrem geringen Budget und hohen Besucherzahlen ein voller Erfolg und der letzte Teil soll die Geschichte rund um die immunen Kinder zu Ende erzählen - Vorweg: Dies ist ganz gut gelungen.

Ein Rückblick (Spoiler zu Teil 1&2 folgen)

Teil 1 - "Die Auserwählten - Im Labyrinth 
Ohne eine Erklärung landen in zeitlichen Abständen Kinder und Jugendliche auf einer Lichtung inmitten eines Labyrinthes, welches Wesen beherbergt die deren Tod im Sinne haben. Mit den letzten zwei "Lieferungen" der Jugendlichen Thomas (Dylan O´Brien) und Teresa (Kaya Scodelario) bleibt nichts anderes übrig als einen Weg aus dem Labyrinth zu suchen. Als dies gelingt erfährt die Gruppe noch kurz von ihren Peinigern das die Welt durch Sonnenstrahlung nahezu komplett zerstört ist und ein Virus Menschen zu Zombies verwandelt. Viel mehr Zeit bleibt nicht, da vermeintliche Rettung naht.

Teil 2 - "Maze Runner 2: Die Auserwählten in der Brandwüste
Die Vermeintliche Rettung stellt sich als gleiche Gemeinschaft heraus, welche die Jugendlichen gefangen und in das Labyrinth gesteckt hat. Der Gruppe gelingt die Flucht und eine Suche nach Sicherheit. Dabei kommen sie in Kontakt mit den Zombies, welche von dem Virus dahingerafft werden. WCKD versucht weiterhin die Jugendlichen wieder einzufangen. Kurz bevor die Jugendlichen sich durch Unterstützung des Widerstandes in Sicherheit wiegen, verrät Teresa die Gruppe und Minho (Ki Hong Lee) wird gefangen genommen. Daraufhin schwört Thomas Vergeltung. 

Maze Runner 3: Die Auserwählten in der Todeszone

Sandige, leblose Umgebung flimmert über die Leinwand. Ein Zug, in welchem Kinder und Jugendliche transportiert werden rauscht vorbei. Kurz darauf ein Buggy, in welchem Thomas und seine Verbündeten sitzen. Die Aufgabe ist klar: In dem Transport befindet sich Minho - Diesen gilt es zu befreien. Mit einem spektakulären Manöver gelingt dies sogar fast. Nach der mehr oder weniger gescheiterten Rettungsaktion bespricht sich die Gruppe über ihr weiteres vorgehen und es scheint einige Zeit seid dem letzten Teil vergangen zu sein. Trotz der Tatsache das bereits viele andere Kinder gerettet werden konnten, macht sich Thomas auf die waghalsige Reise um Minho zu befreien. Seine Freunde können nicht anders als ihm dabei zu unterstützen. Es entsteht eine relativ langatmige Reise durch das Land hinein in eine Stadt der Menschen in welcher noch alles in Ordnung scheint: Hier ist von dem Virus und der Verwüstung wenig zu bemerken. Doch die Zeit wird knapp:Der Virus verbreitet sich weiter über die Luft und Verräterin Teresa und ihrem Ärztestab ist es nach wie vor nicht gelungen ein effektives Heilmittel herzustellen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Als bekannt wird das sich Thomas in der Stadt befindet wird von Oberbösewicht Janson (Adrian Gillen) alles versucht um ihn zu schnappen. Während die Gruppe rund um Thomas versucht unbemerkt Minho und weitere Kinder zu befreien, bemüht sich ein wütender Mob ein brachiales Ende der Scheinwelt herbeizuführen, wobei es zu offenen Straßenschlachten kommt. 

Bis zum Schluss kann man der Frage ob ein Gegenmittel gefunden wird und alle Charaktere das Chaos heil überstehen werden miteifern. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt: Die letzte halbe Stunde des Films ist leicht vorhersehbar, die Laune bleibt nur durch die ganze Action recht weit oben. Mit Ende des Films bleiben leider sehr viele Fragen aber ungeklärt und mehr oder weniger große Logikfehler schleichen sich ein ohne geklärt zu werden. Dies ist sehr Schade, da kann man nur darauf Hoffen in den Jugendbüchern zufriedenstellende Erklärungen zu finden. Unterhaltsam ist der Film dennoch: Die Action ist gut anzusehen, die Charaktere handeln meist verständlich und die Handlung enthält durchaus einige unvorhersehbare und überraschende Elemente.

Jeder, der die ersten Teile bereits mochte wird sich diesen Teil ohnehin ansehen. Allen anderen sei geraten zuerst die ersten beiden Teile anzusehen, auf Rückblenden wird verzichtet. Dadurch würde jemand der mit dem dritten Teil einsteigt nicht viel verstehen. Wer von den ersten beiden Teilen nicht sehr begeistert war, sollte warten bis "Maze Runner 3: Die Auserwählten in der Todeszone" zum leihen oder auf DVD erscheint - Für einen gelungenen Abend auf der Couch reicht die Trilogie auf jeden Fall sehr gut aus. 

© Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Montag, 22. Januar 2018

Mein Montag


Montag, 5:00 Uhr. Mein Wecker klingelt mich mehr oder weniger sanft aus meinem mehr oder weniger Tiefschlaf. Manchmal stehe ich direkt auf, hin und wieder wird der „Schlummern“ Button gedrückt bis 5:30 Uhr ist. Aber dann steh ich auf. Nicht sonderlich müde, nicht genervt. Kurz meine Kater begrüßt, welche meist so freundlich sind bereits kurz vor 5:00 Uhr ebenfalls zu versuchen mich aufzuwecken. In der Küche wird erst einmal Kaffeewasser aufgesetzt und dann geht es ab unter die Dusche. Für meinen Geschmack meist etwas zu hektisch verlasse ich um 6:00 Uhr das Haus um mich auf meinen zweistündigen Weg zur Schule zu machen. Dabei bin ich besonders Montags voller Energie, aber warum?

Neue Woche, neue Chancen

Klar, jeder Tag hat die Möglichkeit etwas besonderes zu werden - Sicher. Ich kann zwar durchaus den Wahrheitsgehalt anerkennen, meine eigene Motivation und Disziplin spielen dabei aber meist nicht mit. Also Strecke ich diesen Satz auf eine Woche. Im Idealfall habe ich Sonntags wenig anstrengendes getan, und abends noch dazu etwas entspannendes, wie zum Beispiel ein Bad und ein paar Folgen Netflix. Montags sitze ich dann 6:10-6:25 am Bahnhof und warte auf meinen Zug. Auf dem Gleis gegenüber stehen viele Menschen die mit dem ICE in Richtung Hamburg fahren. Alleine das erfüllt mich schon mit Energie. Was diese Leute wohl arbeiten um sich ein ICE-Ticket leisten zu können/müssen? Vor allem aber ordne ich ungefähr meine Woche während ich warte - Heute steht dies an, am Mittwoch könnte ich jenes tun, oh, und morgen könnte ich zum Sport. Bis ich in der Schule angelangt bin, steht ein Wochenplan.

Was zwei Stunden Pendeln bewirken (können)

Was?! Du fährt jeden Tag zwei Stunden zur Schule und wieder zwei Stunden zurück jeden Tag?! Dazu habe ich zwar bereits einen Post geschrieben (http://stefan-tese.blogspot.de/2017/09/mein-leben-mit-der-db-co.html) aber hierzu kurz: In den zwei Stunden könnte ich schlafen, meist lese ich zuerst grob die aktuellen Nachrichten und erkunde mich auf Instagram weshalb ich mit meinem eigenen Leben unglücklich sein könnte. Dann schreibe ich vielleicht (wie jetzt) einen neuen Blogpost, oder schau mir auf Netflix etwas an. Montags höre ich auch oft aktuelle Charts, um ein Gefühl zu bekommen was gerade beliebt ist.
Generelles Nachdenken hilft mir zusätzlich dabei dies in verminderter Menge nachmittags oder abends zuhause zu tun. Das spart mir einiges an Kraft und unnötigen Sorgen. In der Schule angekommen bin ich aber im Normalfall vor allem eines: Wach. Andere kriechen zwanzig Minuten vor Unterrichtsbeginn aus dem Bett, kommen zu spät und sind extrem müde. Die ersten Unterrichtsstunden können dabei sicherlich nur schwer aufgenommen werden. Ich dagegen bin zu diesem Zeitpunkt zwei Stunden wach, musste mich etwas bewegen und habe mich gut unterhalten - Ein Kaffee muss dann trotzdem noch sein.

Wie Freunde mich motivieren

Damit ist nicht gemeint, dass meine Freunde mir positiv zureden müssen in die Schule zu gehen. Viel mehr ist damit gemeint das mich meine Freunde mit dem was sie außerhalb der Schule tun motivieren: Nach der Schule arbeiten, direkt lernen, sich vorbildhaft um das eigene Kind zu kümmern, etc. - Macht das nicht jeder, ist es nicht normal diese Dinge zu tun? Durchaus, aber durch das Wissen der Aktivität anderer wird mein Ehrgeiz gesteigert. Zudem der simple Fakt: Ich sehe meine Freunde wieder.

Wenn Montage einfach nerven!

Sonntags Abends braucht man eigentlich (noch weniger als sonst) durch sein Facebook stöbern - Überall sind Posts von Leuten, welche sich über den neuen Wochenstart aufregen, ihre Arbeit und das aufstehen generell schlecht reden. Dafür habe ich nur bedingt Verständnis. Es ist doch euer Leben, ihr habt euch für euren Arbeitsplatz und den damit verbundenen Arbeitszeiten entschieden. Und falls nicht, dann ändert etwas daran, egal wie viel Überwindung es kosten mag. Wir haben zum Glück die Möglichkeit einen von unzähligen Berufen zu ergreifen und uns damit unsere eigene Zukunft zu gestalten. Und wenn die Kenntnisse dafür nicht ausreichen, bildet euch weiter - Ich mache jetzt mit 24 mein Allgemeines Abitur nach und werde danach studieren. Viel Ältere Personen wagen nach Jahren im Beruf einen Neuanfang und sind trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten zumeist hinterher glücklich diesen Wandel in ihrem Leben gewagt zu haben!

Quelle: https://karrierebibel.de/montagsblues-tipps/