Donnerstag, 10. August 2017

Filmkritik: Planet der Affen - Survival


Quelle: http://s1.1zoom.me/big0/94/Monkeys_War_for_the_Planet_of_the_Apes_Glance_Face_525230_1280x488.jpg

Seit dem 4. August läuft der bereits dritte Teil der Neuauslegung des Planet der Affen im Kino. Ein kurzer Rückblick: Bei der Suche nach einem Medikament gegen Alzheimer entdeckt man bei Testversuchen an einem Affen das dieser durch das Medikament enorme kognitive Leistungen entwickelt. Der Affe Caesar ergreift nach Misshandlung und Gefangenschaft zusammen mit weiteren Artgenossen, welchen er ebenfalls mit dem Medikament injizierte, die Auflehnung und die Flucht vor den Menschen hin zu Freiheit und neuer Heimat. Trotz des schlechten das er durch Menschen erlebt hat, ist seine positive Bindung zu seinem Bezugsmenschen fest in ihm verankert, was ihn das gute im Menschen sehen lässt. Im zweiten Teil springt die Zeitlinie um zehn Jahre vorwärts: Was für die Affen Neuschöpfung war sorgt bei den Menschen als Virus für Millionen von Toten - Es gibt nur noch vereinzelte Menschensiedlungen. Caesar und seine Artgenossen haben sich eine friedliche Ko-Existenz in den Wäldern aufgebaut, welche durch einzelne Menschen aber in Gefahr gerät - Es kommt zum Krieg zwischen beiden Seiten, wobei Caesar sich stehts einer friedlichen Lösung bemüht, da er seine Familie schützen möchte und weiterhin an das Gute im Menschen glaubt. 

Im dritten Teil springen wir wieder zwei Jahre in die Zukunft: Der Krieg zwischen Affen und Menschen ist nach wie vor Existent und beide Seiten haben zahlreiche Opfer zu beklagen. Anführer einer Gruppe Soldaten der Colonel (Woody Harrelson) hat es sich zur Aufgabe gemacht Caesar (Andy Serkis) zu finden und zu töten - Auch wenn dieser sich anfangs weiterhin bemüht Frieden zu bringen. Als der Colonel bei einer Sondermission aber die Frau und den Sohn von Caesar umbringt ist es damit vorbei: Caesar will den Colonel tot sehen. Um die restlichen Affen aber zu schützen sollen diese in der Hoffnung auf eine neue Heimat fliehen. So begibt sich Caesar nur zusammen mit ein paar ungewünschten Begleitern auf den Weg um Rache zu üben.

Copyright Twentieth Century Fox France

Dabei muss sich Caeser im Laufe der Handlung mit seinen eigenen Gefühlen gegenüber der Menschen auseinander setzen und sich die Frage stellen was ihn den von dem Colonel unterscheidet, wer er diesen aufgrund von Rache töten will. Hierbei bringt der Film eine tolle Ebene mit ein: Während der Verfolgung stößt die Gruppe auf ein kleines Mädchen (Amiah Miller), ihr Vater ist tot, sie hat niemanden mehr. Caesar will sie zurücklassen, doch einer seiner Begleiter überzeugt ihn vom Gegenteil. Der Clou: Das Mädchen kann nicht sprechen - Wieso möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Hierdurch erhält der Film, welcher neben der ganzen Action, zwar ohnehin schon sehr emotional daher kommt eine ganz besondere Empathie welche einen immer wieder nachdenklich stimmt.

Dieses Rezept funktionierte bereits bei den ersten beiden Teilen und es funktionierte für mich auch im dritten Teil hervorragend. Gegen Ende hin ist die Handlung leider sehr absehbar und ein paar Actionsequenzen sind unnötig aufgebauscht - Fast so als wenn man dem Zuschauer noch einmal zeigen möchte das sie Action gut darstellen können. Der Film bietet darüber hinaus aber durch verschiedene Storyinhalte aber viel Tiefgang, ohne welche man zu Spoilern nicht auskommt. 

Wer die ersten beiden Teile bereits mochte, wird auch mit dem dritten Teil nicht enttäuscht und wer sich positiv von CGI-Effekten und einer Action-Emotional geladenen Geschichte mitreißen lassen möchte, der sollte sich Planet der Affen: Survival definitiv im Kino ansehen.

Zusatzinformation: 
Der Soundtrack im Deutschen Kino stammt von Prinz Pi welcher neben dem Youtuber Gronkh auch eine Synchronstimme im Film übernimmt. 

Copyright Twentieth Century Fox France



Mittwoch, 9. August 2017

Filmkritik: "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"

Quelle: http://atrium.maxit247.com/assets/img/posters/Valerian1_banner.jpg

"Valerian? Ach der läuft schon im Kino?" "Der Trailer war ganz interessant, aber im Kino schau ich mir den Film eher nicht an..."
So war mein erster Gedanke, als ich die Trailer zu Valerian gesehen habe: Scheinbar eine interessante Welt, mit vielen Farben und interessant aussehenden Wesen - Aber was ist den bitte die Handlung von dem Film? Somit war der Film für mich eigentlich nicht auf meiner "Oh-mein-Gott-den-muss-ich-schauen"-Liste. Als ich gefragt wurde ob ich mit ins Kino kommen möchte, sagte ich dennoch ja. Und überrascht, mit gemischten Gefühlen, verließ ich das Kino.

Mit 2 Stunden und 17 Minuten verbringt man einige Zeit im Kino und die benötigt Valerian meiner Meinung nach auch vollkommen. Der Titel des Filmes ist im Englischen wesentlich passender - den der Film handelt von den beiden jungen Spezialagenten Valerian (Dane DeHaan) und seiner Partnerin Laureline (Cara Delevingne), welche auf der Raumstation Alpha eine Mission zu erfüllen haben. Das Team wird einem gleich zu Beginn als Pärchen dargestellt, was eine zähe, sich entwickelnde Liebesgeschichte erübrigt. Beide Agenten sind sehr gewitzt und Laureline immer eine spur Ernst und reifer als ihr Partner, welcher sich für unwiderstehlich hält - Ich konnte ihm das selten abkaufen. Die Raumstation Alpha, auf welchem die beiden ihre Mission zu erfüllen haben, ist aber nicht irgendeine Raumstation: Im Laufe der Jahrhunderte dockten sich immer mehr und mehr verschiedene Teile von Raumstationen anderer Spezies an die Raumstation an, wodurch diese enorm groß wurde und Millionen an Lebewesen sein eigen nennen kann. Daher wird er auch die "Stadt der tausend Planeten" genannt. Und genau hier liegt die größte Stärke des Films: Tausend Planeten, unfassbar viele Lebewesen, welche alle eine eigene interessante Geschichte haben und einen durchaus interessieren, könnten entdeckt und erkundet werden. Leider nur könnten. Den mehr als einzelne Sequenzen der verschiedenen Bewohner im Schnelldurchlauf bekommt man leider nicht vorgesetzt. Und das ist extrem schade, den die Momente in denen man die verschiedenen Lebewesen und ihre Lebensräume sieht sind spannend und machen einen hungrig. 


© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH


Der Film setzt seinen Fokus aber primär auf die Erfüllung der Mission und die Geschichte der beiden Hauptprotagonisten. Diese erfolgt sehr offensichtlich, da bereits nach kurzer Zeit der Bösewicht der Handlung entblößt wird, wodurch sehr viel Spannung verloren geht. Das im Laufe des Filmes die Beziehung von Valerian und Laureline überzogen in den Fokus gedrängt wird, ist leider auch nicht vorteilhaft. Der Humor ist meist passend, wenn auch leicht überzogen - Man hat das Gefühl, das jede Science-Fiction Verfilmung die modern und witzig sein möchte, sich zu sehr an den Guardians of the Galaxy orientiert. 

Mit Personen wie Rihanna versucht man auf den Promi-Faktor zu setzen: Nur schade das diese lediglich knapp bekleidet tanzt und keinen Mehrwert zur Geschichte beiträgt - Das Budget hätte man sich sparen können. Den das Budget ist mit geschätzten 200 Millionen Dollar gewaltig, weswegen die Erwartungen an den Film hoch waren. Nur leider ist das Einspielergebnis in den USA ziemlich mau ausgefallen. Wieso leider? Weil Valerian abseits der mittelmäßigen Story einen mitnimmt in eine neue Welt, aus der man unglaublich viel entwickeln könnte.

Valerian ist ein durch seine Welt begeisternder Film, welcher durch seine in der Kritik stehende Besetzung und seine Handlung leider viel Potenzial verschenkt. Wer aber sehen möchte, wo George Lucas viele seiner Ideen aus StarWars fand (Valerian basiert auf einem Comic aus dem Jahr 1967), oder einfach sanftes Science-Fiction mag, sollte Valerian eine Chance geben.


© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH



Sonntag, 6. August 2017

Meine Meinung zu: Jodel

Quelle: https://jodel-app.com/blog/assets/jodel-logo-orange.png


Darf ich diesen Artikel als Nicht-Student eigentlich verfassen? Die App "Jodel" wurde nämlich ursprünglich für die anonyme Kommunikation unter Studenten konzipiert. So steht auf der Website der Betreiber: "Darüber sprechen Studenten an deiner Uni."
Das Prinzip ist simpel: Man kann eine bestimmte Anzahl an Wörtern, ähnlich wie bei Twitter, sichtbar für alle Personen in einem von der App festgelegten Radius posten. Das ganze geschieht anonym und wird durch Moderatoren, welche meist selbst User sind überwacht. Jeder Nutzer kann andere Beiträge nun einmalig positiv oder negativ bewerten, erhält ein Beitrag Fünf negative Bewertungen wird er gelöscht. Zusätzlich kann jeder Beitrag von jedem Nutzer kommentiert werden.

Was nun für Beiträge entstehen hängt alleine von den jeweiligen Nutzern des Umfeldes ab: Witzige Beiträge sind sehr beliebt, aber ähnlich wie in anderen Online Portalen erfreuen sich auch Bilder von Katzen großer Beliebtheit. Dabei ist der Grundgedanke von Jodel eigentlich ziemlich gut: Ein bestimmter Personenkreis kann sich über gleiche Themengebiete austauschen: Wo findet die Vorlesung XY statt, wo muss ich meine Anmeldung für das nächste Semester abgeben, etc.

Wo aber Anonymität herrscht sind Hemmungen schnell ein Fremdwort und Trolle ebenso schnell gefunden. Hatte ich selbst anfangs Jodel genutzt um über witzige Beiträge zu lachen, so scrolle ich nun besonders Abends durch eine Reihe an untervögelten anonymen Personen die der Welt ihr dringendes Bedürfnis nach Sex mitteilen wollen und sich direkt in Jodel auf der Suche nach einem geeigneten Mitspieler begeben. Politische Beiträge sind auch immer häufiger zu finden, Diskussionen finden aber selten konstruktiv statt: Ist die Meinung nicht konform zu denen der anderen Nutzer, hat man schnell Fünf negative Bewertungen und jegliche Logik innerhalb der Kommentarfunktion verschwindet. Ironie oder Kritik gegenüber einzelnen Themen wird oft nicht verstanden oder negativ aufgenommen, ein Bild des schönen Sonnenunterganges dagegen wird gefeiert als wäre die Kandidatur von Donald Trump doch nur ein soziales Experiment gewesen.

Wie in jedem anderen sozialen Netzwerk sind es die Nutzer die ein Netzwerk zu dem formen was es ist und ich musste mir die Frage stellen: Hat Jodel für mich selbst noch einen Nutzen? Fragen des Alltags kann ich mithilfe von Google beantworten (Was vielen Nutzern nicht bewusst zu sein scheint), Bilder von Katzen sehe ich auf Facebook schon zu genüge und Diskussionen sind meist nicht möglich. Durchaus reizen kann einen aber die Möglichkeit das man für jeden Beitrag, jede Bewertung und jedes Kommentar eine In-App-Währung erhält. Diese nennt sich Karma und dient rein dem Zwecke der Selbstbefriedigung. Es fühlt sich gut an diese Zahl immer weiter wachsen zu sehen - Auch wenn diese einem absolut nichts bringt, man kann sich nichts davon kaufen und andere Nutzer können diese Zahl nicht sehen. Sie dient der reinen Selbstverherrlichung. 

Und so muss ich nach einigen Monaten Jodel nun "Lebe wohl" sagen. Zu genervt scrolle ich vorbei an Beiträgen welche mein Interesse immer seltener wecken und zum lachen bringen mich fast keine mehr. Meine Meinung zu Jodel lautet also: Anfangs sehr erfrischend und lockend durch die Anonymität, nach einer Weile entpuppt sich die App für mich aber als flaches Datingportal mit dem Wunsch Diskussion zu ermöglichen, welche durch das eigene Bewertungssystem aber zunichte gemacht werden. So und jetzt entschuldigt mich: Auf meinem Handy ist gerade eine Benachrichtigung über einen neuen Post bei 9GAG erschienen.