Sonntag, 25. Juni 2017

"Rest in Peace" - Albumreview

Wenn man überlegt wie man "Sierra Kidd" am besten beschreibt muss man erst einmal überlegen von welchem "Sierra Kidd" man reden möchte. Da gibt es zum einen den damals Sechzehnjährigen, welcher aus dem Nichts eine EP im Netz veröffentlichte und durch seine melodischen und Lyrisch starken Songs auf sich aufmerksam machte. Nach einem Album und Tour gründet Sierra sein eigenes Label und man bemerkt eine musikalische Veränderung in "FSOD". Das er musikalisch einiges umkrempeln möchte wird dann gänzlich mit dem Release der EP "B4FUNERAL klar - Trap, Cloudrap und offensiveren Sound, welcher sich noch immer aber mit Inhalt stärken kann. Jetzt steht das neuste Album "Rest in Peace" von Sierra Kidd online und in den Läden und soll alle bisherigen Kapitel beenden und den Weg frei machen für etwas neues:

15 Songs + Instrumentals
1 Sierra Kidd & Friends EP
1 Sierra Kidd Live EP
1 Bonus EP

Eine Menge Musik die man sich erst einmal in Ruhe anhören kann. Oder könnte. Die einzelnen Songs sind nur leider meist unfassbar unsauber abgemischt. Manch einer würde es als rohen Sound bezeichnen, ich selbst konnte extrem viel nicht annähernd verstehen was gesprochen wurde. Was das Anhören ebenfalls schwierig machte war der extreme (!) Unterschied der Lautstärke der einzelnen Lieder. Immer wieder musste ich die Lautstärke runter oder höher regeln.

Aber was können die Lieder musikalisch und inhaltlich?

Zu meiner Enttäuschung muss ich sagen, dass mir die meisten Lieder selbst nicht zugesagt haben. "Ficke den Beat ohne Verstand" (Cutthroat) ist durchgehend Motto und hinterlässt hektische Parts, welche meist unnötig zur spitze getrieben wirken und in den seltensten Fällen eine Message vermitteln. Sicher sind einige Songs einfach gut zu hören und zum mitnicken gedacht, aber auf Dauer kann man den Lyrischen Wirrwar nicht ignorieren: 

"Ich weiß, was du denkst, denkst / Face verkackt, fuck sleep, fuck sleep, Gang Gang / Im Flur riecht es nach dank, dank / Frühstück Double Cup und Pancakes / Ich mach Bands, pass Jays / Das Game fame, Babe, that´s safe, ey."

Und genau solche Parts sind für mich als Fan von Sierra Kidd unverständlich. Für mich stand Sierra Kidd immer für Lieder mit welchen ich mich identifizieren möchte oder von der Atmosphäre der Songs gefangen wird. Einzige Überbleibsel eines weniger von Drogen und "Realness" gezeichneten Sierras findet man in den Songs "Sensor" und "Don´t do it Juri" - Nur wirken diese beiden Songs komplett fehlplatziert inmitten von übermäßigem Drogenkonsum, Waffengewalt und generelle Überlegenheit gegenüber allen anderen.
Ich würde jedem empfehlen sich das Album im Vorfeld bei Spotify & Co. anzuhören um zu Wissen auf was man sich einlässt. Und die älteren Alben anzuhören wenn man Sierra Kidd noch nicht kennt. 

Samstag, 10. Juni 2017

Filmkritik "Baywatch"

Quelle: Paramount Pictures


Brüste, Muskeln, "Coole" Sprüche und Action - Diese Zutaten in Kombination mit bekannten Schauspielern wie Dwayne Johnson und Zac Efron sind das Rezept und beinahe alleiniger Inhalt der Neuauflage der kultigen Bademeister.  - Im Vorfeld muss gesagt sein das ich die damalige Serie mit David Hasselhoff und Pamela Anderson nie gesehen habe, meine Kritik daher auch nicht dadurch beeinflusst ist und auch keine Vergleiche gezogen werden. -

Handlung :
Die Elite Bademeistertruppe mit muskelbepacktem Leitwolf Mitch (Dwayne Johnson) behält aufmerksam den Strand im Blick und ist nebenbei unangefochten auf Platz Eins der coolsten Typen in der Gegend. Mitglied seines Teams sind die blonde C.J. (Kelly Rohrbach) und die braunhaarige Stephanie (Ilfenesh Hadera). Mehr als ihre Haarfarbe oder die eigentlich hübschen Gesichter oder gar ihre Schauspielerischen Fähigkeiten, sind es ihre Brüste und die extrem knappen (da gab es am Set sicher ständig etwas mehr zu sehen) Badeanzüge, welche eine ganz natürliche Fixierung des Blickes auf eben genannte Körperstellen verursachen.
Einmal im Jahr veranstaltet die Truppe welche sich selbst "Baywatch" nennt, einen Wettkampf, bei welcher der Gewinner ein neuer Anwärter für das Baywatch-Team wird. Tollpatsch und begeisterter Fan des Körperkultes Ronnie (Jon Bass) erlangt durch Kampfgeist einen Platz als Anwärter. Zusätzlich erhält die Vollbusige Summer (Alexandra Daddario), welche neben ihrem Körper mit ihren eiskalten, großen blauen Augen auf sich aufmerksam macht, einen Platz als Anwärterin. Warum weiß man eigentlich nicht so genau. Als dritter Anwärter reiht sich der überheblich lässige Matt Brody (Zac Efron) aufgrund besonderer sportlicher Leistungen in der Vergangenheit hinzu. Dieser hat außer Muskeln und einem großen Ego eigentlich nichts weiter vorzuweisen als zwei Goldmedaillen.
Das es eigentlich nur einen Anwärter geben sollte wird durch auf und ab wackelnde Brüste in Zeitlupe und angespannte Muskeln schnell vergessen.
Trotz dieser Tatsachen muss die Handlung vorangetrieben werden: Bei einem Brand auf einer Yacht, bei welcher ein Mann umkommt und Drogen entdeckt werden gilt es die Drogenschmuggler zu entlarven und zu schnappen. So etwas überlässt man natürlich nicht der Polizei sondern die Baywatch selbst nimmt sich dieses Problemes an. Das die Schurkin Victoria Leeds (Priyanka Chopra) ist, wird ohne große Geheimnisse preis gegeben und bis zur Ergreifung dieser füllt sich die Handlung mit mehr oder weniger witzigen Informationsbeschaffungen und versucht emotionalen Wendungen. 

Quelle: Pinterest

Umsetzung und Fazit:
Gute, häufig eingesetzte Slow-Motion, Actionszenen mit vielen Schnitten und halbherzigen Effekten sowie viele lockere Sprüche. 
Baywatch hat viele Möglichkeiten gehabt um ein guter Film zu werden. Nur schafft es der Film nie einen der genannten Punkte besonders gut zu machen. Die Slow-Motion welche mir immer wieder Brüste präsentiert stellt den reinen Trieb zufrieden, aber so häufig werden die gut gebauten Körper der weiblichen und männlichen Darsteller nicht direkt in Szene gesetzt.
Die Actionszenen sind viel zu sehr geschnitten und die Effekte sehen teilweise wirklich nicht sonderlich gut aus. Da hätte man von den 69 Millionen Dollar etwas mehr investieren können. Die witzigen Sprüche sind meist unter der Gürtellinie und bedienen sich einem niederem Niveau - Das ist vollkommen in Ordnung und zu erwarten gewesen, nur sind die Witze oft nicht witzig genug. Hierbei war man etwas halbherzig. Der Cast ist sicherlich gut gewählt, bleibt aber aufgrund der unfassbar faden Handlung nichts weiter als Muskeln und Brüste.
Jedem sollte im Vorfeld klar sein das Baywatch gar nicht den Anspruch hat ein gloreicher Film mit unfassbarer Handlung zu sein, nur leider schafft es Baywatch nicht in einem der genannten Punkte einen Schwerpunkt zu setzen auf welchen man sich im nachhinein hätte erinnern können. Ein "The Fast & the Furious" (XY) reduziert sich zum Beispiel selbst auf übertriebene Action und ein "Wir sind die Millers" setzt alles auf überzogenen Humor. So bleibt mir Baywatch in Erinnerung als kleines Sushi Paket - Kleine, leckere Häppchen, aber satt bin ich nicht geworden.