Mittwoch, 29. November 2017

"So viel ist das doch nicht"

"So viel ist das doch nicht!"
Jeder Mensch hat ein zeitlich begrenztes Lernpensum - dennoch fordern Lehrer immer mehr von Schülern. Muss der Mensch zur Maschine werden um Erfolg zu haben? 

Formeln, Definitionen, Schaubilder, Strukturen,...jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr - Lernen, Lernen, Lernen. Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Thema beendet - Vergessen. Test schreiben - Vergessen. Arbeit schreiben - Vergessen.
Wir lernen um eine zeitlich begrenzte Leistung zu erbringen, welche als Abbild unseres Wissenszuwachses dienen soll. Das Wissen wird mit Abgabe der Klassenarbeit schnell von der Festplatte gelöscht. Und das gar nicht unbedingt, weil der Mensch sich so viele Dinge merken muss, sondern oft weil man dieses Wissen gar nicht weiter behalten will. Aber woran liegt das? Wo wird das natürliche Interesse eines Menschen sein Wissen zu erweitern so zertrümmert das ihm Lernen als Nerven raubend erscheint und er es aus reiner Pflicht seinen Nervenzellen aufzwingt?
Das unser aktuelles Schulsystem bereits sehr veraltet ist und dringend eine große Reformation benötigt ist bereits seit einigen Jahren bekannt. Dokumentationen, wie zum Beispiel "Alphabet" von Erwin Wagenhofer, zeigen eindringlich auf,  das der Mensch bereits im Kindesalter durch den Eintritt in die Schule sein Interesse am Lernen, durch das stetige erzielen von Leistungen, verkümmert wird. Der Film erhielt große Zustimmung von Medien und Politik.

"Der Film legt nahe, dass wir unser Schulsystem grundlegend ändern müssen. Es geht nicht um das Bewerten, Beurteilen und Auslesen unserer Kinder, sondern es geht um das Entfalten und Ermöglichen ihrer einzigartigen Begabungen auf der Basis von vertrauensvollen Beziehungen zu anderen Menschen."  -Dr. Claudia Schmied (Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur a.D. (Österreich), 2007-2013) 

Vier Jahre später bin ich immer noch beziehungsweise wieder Schüler und werde permanent bewertet, beurteilt und ausgelesen. Abschreiben, sitzen, schweigen. Wenn man sich doch seines Sprachapparates in adäquatem Zwecke bedienen kann, so sind klare, standardisierte Antworten zu erbringen. Diese werden dann in Qualität und Quantität zudem bewertet. Eine kritische Frage oder eventuell sogar eine Frage welche die Thematik in eine andere Richtung lenkt oder einen kreativen Gedanken hervorbringt ist nicht erwünscht. "Das hat doch aber jetzt gar nichts mit dem Thema zu tun!" Abschreiben, sitzen, schweigen. Eine Lehrkraft wiederholt monoton die immer gleichen Phrasen, verwendet immer gleiche Folien, zeigt die immer gleichen Lehrfilme. Die Formel für das Lösen einer quadratischen Gleichung sagt ein Mathelehrer*in jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr, immer und immer wieder auf. Das muss unfassbar lästig sein. Das jene stumme Wesen gegenüber von dieser aber, wie Angela Merkel mit dem Internet, auf Neuland stoßen ist oft nicht verständlich. In der einen Stunde wird etwas erklärt - Wobei man sich bereits streiten könnte was tatsächlich erklärt wird. Bei einigen Unterrichtseinheiten würde man das Abspielen einer Tondatei nicht mit dem unterscheiden können was einige Lehrer als "erklären" bezeichnen würden. Haben die Schüler also erstmal einen Berg aus Wissen erhalten gilt es nun dieses zu lernen. Sich damit ganzheitlich auseinandersetzen, den Sachverhalt verstehen, begreifen und anwenden können - So zumindest schwärmt die Schulpädagogik. 

Die Schüler dagegen schwärmen höchstens davon die Schule abzubrechen. Ihnen bleibt das Auswendig lernen als einzige Überlebensmöglichkeit. Am besten direkt nach der Schule. Am gleichen Tag. Am nächsten Tag soll man das "gelernte" schließlich erweitern und anwenden können. Und das natürlich nicht in einem Fach, sondern in jedem einzelnen. Laut der Kultusministerkonferenz haben Schüler*innen auf der weiterführenden Schule zwischen 35,4 und 38,9 Stunden Unterricht pro Woche (Stand 2012). Die Stunden welche zusätzlich in Form von Hausaufgaben oder dem Lernen zuhause einfließen sind dabei nicht einmal mit eingerechnet. Haben einzelne Schüler also das Glück im Unterricht alles erfasst zu haben, ist deren zusätzlicher Aufwand zuhause geringer und am nächsten Tag können sie ebenso grau wieder im Unterricht sitzen, abschreiben und schweigen. Jeder der die Thematik am Vortag aber nicht verstanden hat, darf dies Zuhause tun und wenn dies nicht gelingt bleibt ihm nichts anderes übrig als im Unterricht zu schweigen, sitzen und abzuschreiben. Auf Fragen der Lehrkraft kann dann nicht geantwortet werden - Die Folge sind schlechte Bewertungen, argwöhnische Blicke von allen die das Thema verstehen und vielleicht noch eine spitze Bemerkung der Lehrkraft das man mehr tun müsste. Üben, üben, üben. Wiederholen, wiederholen, wiederholen. In Deutsch, Englisch, Biologie, Mathe, Französisch, Geschichte,.... Eine Nachhilfe suchen. Sich mehr anstrengen. Früher schlafen gehen, mehr Hausaufgaben machen, aufmerksamer sein. Sitzen, schweigen, abschreiben. Verzweifeln.

"So viel ist das doch nicht!", sagt die Lehrkraft.
"Du bist zu dumm!", versteht der Schüler.

14 Prozent der Schüler werden von Fachärzten mit einer Depression diagnostiziert, so schreibt zumindest ein Artikel der WELT vom 02.03.2015. Damit diese aber diagnostiziert werden können, müssen sie einen Facharzt aufsuchen. Die Tatsächliche Prozentzahl könnte demnach weitaus höher liegen. Die Erkrankung muss nicht immer im Zusammenhang mit Schulischem Leistungsdruck stehen. In China, ist Selbstmord im Jahr 2016 die häufigste Todesursache von jungen Chinesen zwischen 15 und 35 Jahren gewesen. China gilt als großes Vorbild für das Bildungssystem in Deutschland.

"Ich brauche Hilfe!", fleht der Schüler.
"So viel ist das doch nicht!", sagt die Lehrkraft.





Sonntag, 12. November 2017

Der Feind in mir

© Pinterest
Es kann durchaus vorkommen das ich mal in den Tag hinein träume und geistig abwesend bin. Meistens höre ich euch ja doch zu, nur habe ich kein Interesse daran mich an eurer Konversation aktiv zu beteiligen. Vielleicht ist mir auch ein Gedanke klopfend vors Auge getreten und benötigt Beachtung. Meist denke ich auch viel über alles mögliche nach. Das ist mal mehr, mal weniger sinnvoll. Bin ich in eurer Gegenwart mag ich durchaus sonnenbestrahlt wirken, die Wolken in meinem Kopf sind für euch ja nicht sichtbar und müssen es auch nicht unbedingt sein. Ich bin schon sonderbar genug, warum das auch noch verstärken? Das sich diese Wolken in meinem Kopf hinter verschlossener Tür immer mal wieder zu einem Gewitter wandeln ist mir mittlerweile Nichts neues. Irgendwann scheint man sich daran zu gewöhnen und packt seinen inneren Regenschirm aus. Zeitweise scheinen die Wolken verflogen, nach vorsichtiger Zuversicht wandelt sich dieses in sorgenloses Grinsen. Beinahe fühle ich mich federleicht, schwebe leicht über dem Boden und bin bereit Berge zu erklimmen. Ja, zeitweise liege ich sogar wach und denke an dich und verspüre nicht diesen unangenehmen Schmerz. Niederschläge nehme ich mit breiter Brust entgegen und weiß mich dagegen zu wehren oder das Beste aus ihnen zu machen. Wenn ich mich im Spiegel betrachte sehe ich nicht diese verzerrte Fratze, welche mich am liebsten jeden Moment vernichten möchte. Man könnte fast sagen in solchen Momenten fühle ich mich gesund, glücklich und vor allem: Normal. Doch bevor ich mich versehe ziehen plötzlich kleine Wolken auf und ich gehe wieder am Spiegel vorbei ohne hineinzusehen. Das ist normal, jedem geht es immer mal wieder nicht so gut, sage ich mir. In den nächsten Tagen bin ich immer mal wieder aufgewühlt oder schnell gekränkt. Sicher benötige ich nur etwas Auslastung und suche sie im Sport. Mit neuer Energie, ausgeschlafen und gut gelaunt starte ich in den nächsten Tag nur um zu einem willkürlichen Zeitpunkt von einem Blitz durchfahren zu werden. Irritiert denke ich nach womit dieser Wetterwechsel einhergeht und bemühe ihn nicht weiter zu beachten. Immer wieder schweifen meine Gedanken ab und ich muss mich selbst wieder zur Ablenkung zwingen. Ich spüre meinen Herzschlag deutlich und immer wieder jagen Blitze durch mich hindurch. Ich schließe die Augen einen Moment und beiße meine Zähne fest zusammen. Ich will das nicht! Gedankenverloren fokussiere ich mich auf eine Stelle im Raum und bin geistig abwesend. Du willst das nicht, es gibt überhaupt keinen Grund dazu! Die Gespräche um mich herum erinnern mich daran das ich nicht alleine bin. Sorgsam ziehe ich meine transparente Maske auf und wirke durchaus sonnenbestrahlt. Zuhause, zu unbestimmten Zeitpunkt, vielleicht wenn ich gerade wegen etwas lachen musste, geht es dann erneut los. Angestrengt spanne ich meine Gesichtsmuskeln an, mein Herz schlägt laut und Blitze schlagen auf mich ein. Ich balle meine Fäuste. ICH WILL DAS NICHT, ES GIBT ÜBERHAUPT KEINEN GRUND DAZU. Erschöpft drängt sich dann doch die ein oder andere Träne aus meinen Augen heraus. Mein Kopf schmerzt und ich werde unruhig. Ich gehe auf und ab, suche mir Ablenkungen, bemühe mich nicht in den Spiegel zu sehen, tue es doch. Sehe diese verzerrte Fratze die mich drohend beäugt und darauf hofft das ich nicht in den Schlaf falle, sondern seinen Gedanken nachgebe. Dieser Feind in mir ist mir altbekannt, was genau es ist, dass ihm das Gefühl gibt bei mir willkommen zu sein weiß ich nicht. Wir kennen uns mittlerweile ganz gut, weswegen ich ihn meist wie einen alten Freund begrüße. Nur Zeitweise scheint er sich an etwas in mir zu nähren, vielleicht Glück. Solange dieser Feind in mir, lediglich Gast und nicht Besitzer ist, kann ich damit leben - Mehr oder weniger. Ich bemühe mich zumindest. 

Sonntag, 5. November 2017

Fotowahnsinn


Klick. Klick. Klick. Klick. Klick. 

Situation nach Situation wird sorgfältig abgelichtet - Manche alles was ihnen vor die Linse kommt, andere lediglich ihr Essen oder Selfies, aber es werden von jedem eigentlich konstant Fotos aufgenommen. Und die sehen durch die heutige Technik auf dem Smartphone teilweise unglaublich gut aus - So gut das es bereits diverse namhafte Fotowettbewerbe mit deren Einsatz gibt. Was passiert aber mit den ganzen Fotos auf unserem Smartphone? Am Tag der Aufnahme noch angesehen, nach ein paar Tagen graue Erinnerung die zeitweise aufgefrischt wird, aber ansonsten in Vergessenheit geraten. Irgendwann werden einzelne beim fleißigen Wischen durch die Galerie wieder entdeckt, aber mehr als ein freundliches Grüßen entsteht nicht.
Das nervt mich.
Ich nehme selbst viele Bilder auf, versuche konstant zwar “unbrauchbare” regelmäßig zu löschen, bin dann durch die Fülle an neu entstehenden Bildern meist zu faul. Einzelne Perlen, welche mir besonders zusagen lade ich auf Instagram hoch, damit sie - abseits von Aufmerksamkeit - ein Portfolio an Erinnerungen für mich bieten. Anfang des Jahres habe ich zudem angefangen, was ich mir schon lange vorgenommen habe: Mir kleine Fotoalben gekauft und Monat für Monat ausgewählte Bilder ausgedruckt und eingeklebt. Im Anschluss wurden die nicht gewählten Bilder, nachdem ich sie auf meinem PC gesichert habe, gelöscht. So verlagert sich mein Bilderfriedhof auf meinen Computer - möchte ich aber nachsehen was mich Monat für Monat beschäftigt hat, und was ich erlebt habe, so Blätter ich in Ruhe durch meine Fotoalben. Früher war dies selbstverständlich,  heute, meines Erachtens, in Vergessenheit geraten. Genervt seufze ich, dass bereits wieder über 1.000 Fotos den Weg in meine Galerie gefunden haben und andere zucken nur mit den Schultern und wischen, gefühlt endlos, durch ihre 3.000, 5.000, Bilder. Bestimmte Fotos finden Sie so natürlich selten.

Was für mich dabei aber am meisten verloren geht ist die Magie, welche in einem jeder Aufnahme steckt: Ein Moment. Fotos sind Momentaufnahmen - Beim betrachten ist uns die Situation vor Augen, die Personen welche in unserer Nähe waren und vor allem Emotionen sind es die uns begleiten. Aus der Aufnahme an einem See wird die Erinnerung an eine verflogene Sommerbekanntschaft, das Bild der eigenen Katzen vermittelt einem ein Gefühl der Wärme und das abgedrehte Selfie mit seinen Freunden lässt einen lachen. Einen Moment wahrnehmen und einen Moment inne halten, dem Alltag entfliehen und ihn sorgsam in Gedächtnis konservieren.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Warum ich alleine ins Kino gehe

Seit Facebook, Instagram, Snapchat & Co. bekommt die Welt (sofern man den mitmacht) einen noch viel größeren Einblick in das eigene Privatleben - Was man isst, was man unternimmt und vor allem: Mit wem man etwas unternimmt. Oft braucht man im direkten Kontakt gar nicht von sich aus erzählen was man am Wochenende gemacht hat - Jeder der einen verfolgt hat ohnehin schon alle Informationen erhalten die er braucht. So kann der Gesprächspartner direkt mit der Frage einsteigen: "Mit wem warst du im Kino?" Obgleich ich immer mal wieder mit Freunden ins Kino gehe lautet meine Antwort auch oft: "Ich bin alleine ins Kino gegangen." Diese Antwort sorgt oft für ein mitleidiges Gesicht meines Gegenübers, doch warum? Es ist für sehr viele Menschen fast schon unvorstellbar geworden etwas ganz alleine zu unternehmen. Einkaufen erledigt man durchaus alleine, aber alleine ins Kino gehen oder vielleicht noch abstruser: Alleine ein Konzert besuchen?  

Ich habe beides erlebt und muss sagen: Diese Zeit ganz für mich alleine ist unfassbar wohltuend. Nachdem sich meine damalige Partnerin von mir getrennt hatte und regelmäßige Kontakte mit Freunden  nur spärlich waren, war ich zum ersten Mal seit langem wieder komplett auf mich alleine gestellt. Da war niemand mehr zum unterhalten oder jemand mit dem man einfach seinen größten Teil des Tages verbringen konnte. Zerstreut musste ich mich mit mir ganz alleine auseinander setzen. Ich ging alleine spazieren und waberte Gedanken und Erinnerungen hinterher und kam mir anfangs sehr seltsam vor. Meine Wahrnehmung zeigte mir natürlich vermehrt nur Menschen die nicht alleine waren. Doch diese Melancholie sagte mir zu. Jedes Mal alleine spazieren, einen Café trinken oder schwimmen gehen war für mich erholsam. Und als ich einen Film im Kino sehen wollte und niemand ihn mit mir ansehen wollte war ich lange am hadern. Alleine ins Kino gehen doch nur einsame Menschen, dass ist total traurig. Mit wem soll ich den mein Popcorn teilen, und auch die Kosten dafür. Da mich der Film aber so sehr reizte beschloss ich alleine ins Kino zu gehen. Dann bin ich halt der Typ der alleine ins Kino geht. Sollen die Leute um mich herum doch denken das ich keine Freunde habe oder ein komischer Typ bin. Komisch genug, dass man für einen komischen Typ gehalten wird weil man etwas alleine unternimmt.

Etwas schneller schlug mein Herz dann aber doch als ich an der Kasse nach nur einem Ticket verlange - Besonders nach dem der Kassierer mich freundlich fragte: "Zwei Tickets?" Popcorn habe ich mir trotzdem gekauft und für meine kleine Cola nahm ich mir ebenso zwei Trinkröhrchen. Diese stopfte ich mir zusammen mit einer Handvoll Popcorn zufrieden gleichzeitig in den Mund. Der Kinosaal selbst war sehr leer und ich machte es mir in meinem Platz gemütlich. Und dann saß ich da. Es lief noch keine Werbung und die Leute um mich herum unterhielten sich vergnügt. Und ich saß da. Ich scrollte ein wenig durch meine Sozialen Netzwerke, informierte mich über den Film und schaute mich eine Weile um, bis ich mich dann wieder auf mein Popcorn konzentrierte. Mit Beginn des Filmes stellte ich entspannt fest, das mich niemand während des Filmes mit irgendwelchen Fragen konfrontieren würde und es keinen Grund gab, warum ich mich von dem Geschehen auf der Leinwand ablenken lassen sollte.

Als ich aus dem Kino kam fühlte ich eine ungewohnte Ruhe in mir. Ich war zufrieden dieses Filmerlebnis ganz alleine erlebt zu haben und in Gedanken selbst zu grübeln was mir an dem Film gut gefiel und was nicht. Das gleiche ergab sich bei dem Konzertbesuch: Ich hatte die Möglichkeit alleine zu dem Konzert zu gehen oder gar nicht. Wieso sollte ich mir aber die Chance nehmen lassen einen Künstler zu sehen der mir gefällt, nur weil ich niemanden habe der mit mir zu dem Konzert geht? Also geduscht, etwas schönes angezogen und alleine in den Zug gesetzt. Selbstbewusst ein Ticket an der Abendkasse gekauft und mich sehr auf den Auftritt gefreut. Etwas ungewohnt war es durchaus, alleine zu tanzen, zu singen und ganz für mich selbst zu sein. Aber das Konzert war super gut und ich hätte es bereut nicht hingegangen zu sein! 

Versteht mich nicht falsch: Ich habe viel Freude daran etwas mit meinen Freunden zu unternehmen und schöne, witzige, traurige Momente mit diesen zu teilen, aber etwas alleine zu unternehmen empfinde ich mittlerweile als sehr wichtig. Das ist für mich mehr als sich zuhause alleine zu befinden und "einfach mal Zeit für sich zu haben". Diese Zeit, welche man für sich hat sollte man auch nutzen - Natürlich indem man vielleicht einfach nur mit Pizza auf der Couch liegt und einen Film anschaut aber eben auch indem man seine Pizza in einem Restaurant isst, in die Stadt fährt um eine, zwei oder fünft Kugeln Eis zu essen. Warum auch nicht? Ich habe mich dadurch besser kennen gelernt und komme mit der Zeit in welcher ich alleine bin viel besser klar. 




Sonntag, 24. September 2017

Es ist doch eh egal.



 "Es ist doch eh egal, ob ich mich jetzt noch anstrenge - Das Spiel ist verloren." "Es ist doch eh egal, sie ist bestimmt nicht an mir interessiert." "Ist doch eh egal, Politiker machen ohnehin was sie wollen."

Leider kommt die politische Bildung hier in Deutschland meiner Meinung nach viel zu kurz. Viel zu wenig wird beleuchtet wie dankbar wir sein können in einer Demokratie zu leben und welche Möglichkeiten sich für jeden daraus ergeben. Nach den Wahlen in Amerika und den vergangenen Wahlkampf in Deutschland kann ich aber gut nachvollziehen warum viele Menschen von der Politik gelangweilt sind: Man kennt sich in vielen Themen die angesprochen werden nur wenig aus, wodurch man gar kein klares Meinungsbild zu diesen entwickeln kann. Den wenigen Themen in denen man sich auskennt und die einen persönlich betreffen schreibt man dann vielleicht auch noch wenig Hoffnung zu: Als ob ich als Erzieher durch die Wahl von Partei XY wirklich mehr Gehalt bekomme. 

"Ist doch egal, die gierigen Politiker wollen sich doch eh nur selbst bereichern und hab ich nicht erst etwas von einem Übergeordneten Plan der Lobbyisten für Europa gelesen?"

Was mich stutzig macht ist das viele Menschen einfach resignierend die Schultern zucken und ihre traurige Wahrnehmung hinnehmen wollen. Warum versucht man nicht etwas dagegen zu unternehmen? Es gibt viele legale Möglichkeiten seine Welt ein Stück weit so zu verändern wie man es sich selbst gerne wünschen würde. Zudem ist es für mich unverständlich wieso sich viele nach der Wahl zurücklehnen, beobachten und bei jedem Misserfolg grimmig nicken: "Hab ich ja gesagt".
Jegliche Erfolge werden oft vergessen oder nicht beachtet und die Dimensionen in welcher eine Bundesregierung trotz Föderalismus arbeiten muss ebenso. Man müsse sich nur einmal vorstellen um einen Arbeitsplatz zu bekommen müsste man seinem Chef einen 4-Jahresplan vorlegen, in welchem man darlegt wie man das Unternehmen verbessern wird. Plötzlich würde Geschrei laut werden: "Man kann ja nicht alles schaffen! Ich hab doch mein bestes gegeben!" - Und so weiter und so fort.

Ein anderes Beispiel: Stellt euch vor man steht am Traualtar und liest sich einander sein Ehegelübde vor. Da steht doch auch keiner auf und geht, weil er dem anderen das dort gesagte nicht abkaufen will. Dort setzt man auf Vertrauen, Chancen geben und die Hoffnung an eine positive Veränderung. Und genauso sehe ich eine Wahl - Unabhängig ob es die Bundes-, Landes-, oder Kommunalwahl ist. Eine Wahl bietet die Möglichkeit den Kurs mitzubestimmen, welcher in den nächsten Vier Jahren bestimmt wird - Hierbei wird vielen nicht so laufen wie man es sich am Anfang gewünscht oder sich hat sagen lassen. Dennoch glaube ich an unsere Demokratie, an die Möglichkeit für Veränderung und das Mitbestimmung ein Wertvolles Gut ist, welches nicht unterschätzt werden sollte. 


Also: Verleih deiner Stimme Gehör und geh wählen!


Sonntag, 17. September 2017

Mein Leben mit der DB & Co.

Immer mobil sein, reisen wohin man will - Zu guten Konditionen und ein Komfort, welcher nichts zu wünschen übrig lässt - So zumindest der Traum. Meine Realität ist nüchtern gesagt einfach nur nervig.
Da ich in Freiburg zur Schule gehe muss ich aufgrund meines aktuellen Wohnortes in Baden-Baden jeden Tag etwas pendeln. "Zieh doch einfach um.", ist schnell gesagt als getan. Zum Thema "Wohnen" wird es eventuell einen eigenen Post geben. Nun aber zurück zu dem Thema, welches aktuell einen Großteil meines Lebens einnimmt: Pendeln.

Damit man von Baden-Baden nach Freiburg kommt gibt es zwei Möglichkeiten.

Option A

Schülermonatsfahrkarte für den ICE (2. Klasse)
Kosten: 300€ im Monat

Dieses edle Ticket gibt mir den Luxus in 45 min in Freiburg zu sein - Zwar habe ich vor und nach der Schule noch knapp 1 Stunde Aufenthalt, kann diesen aber gut zum Frühstücken/lernen nutzen. Eine ICE Fahrt ist für mich zumindest gemütlich, es gibt freies W-LAN und nach Wunsch auch Essen und Trinken. Zudem sind die Tische an jedem Platz eine gute Möglichkeit um auch unterwegs etwas zu arbeiten.
Doch mit 300€ Kosten und 420€ Bafög (+Kindergeld) gestaltet sich die Finanzierung als schwierig, weshalb ich zu Option B komme.

Option B

Mit dem Regionalzug fahren.
Kosten: ca. 150€

Wow, da spart man ja gleich 50% gegenüber dem Ticket aus Option A. Dafür fährt man auch fast 4 Stunden am Tag gemütlich von A nach B nach C nach D und ist dann irgendwann in Freiburg. Am meisten stört mich an diesem Ticket aber die Tatsache das ich nicht nur ein einziges Ticket habe, sondern drei. Da ich während der Fahrt drei Verkehrsverbände durchquere benötige ich drei Monatsfahrkarten. Zudem fällt meine Aufenthaltszeit weg, da ich ja nun länger fahren muss. Ist ja nicht so schlimm, dann richte ich mir ein Vesper und arbeite einfach während der Fahrt - Wie vorher auch schon im ICE. Blöd nur das in den meisten Zügen des Regionalverkehrs keine Tische vorhanden sind. Die kleinen Ablagen eignen sich sein Handy abzulegen, ansonsten sind sie einfach da.

Was ich so während meinen Reisen erlebt habe

Meine Fahrten mit dem ICE waren immer recht interessant für mich. Da steigt man um 6:12 Uhr in den Zug und neben, hinter oder vor einem sitzen Leute die einzeln oder mit Kollegen bereits Gespräche über die Arbeit führen - Produktive Gespräche. Da werden Termine ausgemacht, die aktuelle Geschäftsbilanz gezogen, Rechnungen gemacht, und Verträge geschlossen. Das hat mich beeindruckt und motiviert nicht einfach während der Fahrt zu schlafen. Ich habe also etwas für die Schule getan, Nachrichten gelesen oder mich in einem Interessengebiet meiner Wahl fortgebildet. Natürlich habe ich auch oft einfach "Nichts" getan, aber die Energie der Leute um mich herum hat immer dafür gesorgt das ich motiviert in den Tag gestartet bin.
Im RE ist das etwas anders: Sitzplätze werden umkämpft wie gute Produkte am Black Friday. Um mich herum vorwiegend natürlich Schüler. Hier wird das aktuellste YouTube Video von DagiBee besprochen, diverse Mütter beleidigt und geschlafen. Produktivität ist fast nur beim Verfassen des eigenen Instagram Post zu sehen. Etwas unsicher packe ich meine Französisch Vokabeln aus - Ein Mädchen lacht. Vielleicht weil sie die Sprache bereits kann oder sich wundert wieso man so früh bereits etwas für die Schule machen möchte. Ich packe meine Vokabeln wieder weg, und höre Musik. Am nächsten Tag schlafe ich. Nachmittags ärgere ich mich zuhause, dass ich so unproduktiv war. Eine Bahn mit einem Tisch erwische ich dann doch ab und zu und lerne dann morgens doch. Stolz steige ich dann nämlich aus dem Zug aus und freue mich bereits produktiv gewesen zu sein.
Viele Menschen habe ich während meinen Reisen nicht kennen gelernt. Vielleicht liegt das an meinen Kopfhörern im Ohr oder das ich entweder beschäftigt bin oder schlafe. Manchmal ist hier und da der ein oder andere Blickkontakt mit einer Jungen Dame, ein Gespräch dem ich lausche oder jemand der mich (nachdem die Durchsage kam) fragt ob dies den wirklich der richtige Zug sei. Man dürfe so einer Durchsage heutzutage nicht immer trauen - Schon gar nicht der Deutschen Bahn. 

Fazit

Meckern können die Leute gut über die Deutsche Bahn und eigentlich allen anderen Öffentlichen Verkehrsmitteln. Und genau das mache ich doch auch ständig.
Dabei kann ich doch froh sein überhaupt die Möglichkeit zu haben täglich in eine Großstadt zu pendeln um dort zur Schule zu gehen. Ich kann natürlich auch mit dem Auto pendeln wenn mich die Öffentlichen Verkehrsmittel so stören. Aber dann muss man wieder über andere Autofahrer meckern, die zu schnell oder zu langsam fahren. Eigentlich bin ich ganz froh einfach in den Zug einzusteigen und mich zu meinem Zielort transportieren zu lassen und eigentlich ist es auch ganz witzig den aktuellen Tratsch von Jung & Alt zu hören oder einfach nur seiner Musik zu lauschen und verträumt aus dem Fenster zu sehen. Lediglich meine Produktivität möchte ich in Zukunft noch während der Fahrt steigern.




Sonntag, 10. September 2017

Frohes Neues Jahr! - Im September?


Silvester und den Beginn eines Neuen Jahres feiert man in den meisten Teilen der Welt vom 31. Dezember auf den 1. Januar. Genauso mache ich das auch, obgleich für mich das "Neue" Jahr bisher immer im September beginnt. Das hängt damit zusammen das meine Ausbildung zum Erzieher und auch jetzt meine schulische Weiterbildung zum Abitur im Schulsystem stattfindet. Dadurch ist ein frischer Start für mich seit vielen Jahren nun immer der September. Der August und der Luxus der Sommerferien bedeutet für mich dagegen immer Veränderung, inne Halten und Reflexion: Was hat sich alles getan das letzte Jahr über und vor allem - Was steht als nächstes an.

Ich würde in Zukunft sehr gerne wieder mehr persönliche Einblicke in mein (nicht ganz so spannendes) Leben geben und Gedankengänge online teilen. Bedauernswerterweise kann ich dies nicht annähernd so offen und direkt tun wie ich es mir wünschen würde. Das liegt daran, dass ich hier unter keinem anonymen Konto schreibe, man somit Anmerkungen und Gedanken zu Personen direkt erkennen kann - Das freie Schreiben funktioniert also entweder nur im Film oder mit dem Bewusstsein sich sehr schnell, sehr unbeliebt zu machen. Nicht weil ich generell viel schlechtes zu schreiben hätte, aber Ehrlichkeit genügt oft schon um Leute zu irritieren und von sich abzuwenden. Ich weiß noch nicht in welchem Rahmen ich also Einblicke veröffentlichen werde, wahrscheinlich konzentriere ich mich vermehrt auf einzelne Gedanken und Meinungen.

Wöchentliche Posts wären mir am liebsten, wie meine Disziplin dazu steht vermag ich noch nicht zu sagen - Wenn aber so viele YouTuber es schaffen jeden Tag ein Video aufzunehmen, zu editieren und hochzuladen, sollte es mir doch möglich sein, einen Post pro Woche online zu stellen. Daneben bleiben meine anderen Veröffentlichungen natürlich weiterhin vorhanden. 

Aber zurück zur eigentlichen Thematik: Was hat sich dieses Jahr alles getan für mich? Letztes Jahr bin ich im Rahmen meiner schulischen Weiterbildung nach Freiburg gezogen, nun bin ich wieder in Baden-Baden, besuche aber weiterhin die Schule in Freiburg. Sowas entsteht aus der Kombination von einem furchtbaren Wohnungsmarkt und zwei Katern, welche bei Vermietern genauso gerne gesehen sind wie Zahlungsunfähige Mieter. Daher darf ich nun seit Februar in den Genuss der täglichen Reise mit der Deutschen Bahn kommen. Dieses Thema alleine ermöglicht einen kompletten Post.

Ansonsten wir es schulisch dieses Jahr für mich Ernst: Die Prüfungen stehen an und damit auch bald Überlegungen und Bewerbungen für verschiedene Universitäten und dadurch wieder ein vermutlicher (ich hoffe) Wohnortswechsel. Darüber hinaus beschäftige ich mich im Moment intensiv mit Produktivität und Disziplin - In beiden Bereichen habe ich noch erhebliches Potenzial. Wer mir auf Instagram folgt hat die letzten Tage gesehen das ich viele Bilder von der Freizeit Seemoos poste. Dort habe ich dieses Jahr zum nun dritten Mal ehrenamtlich mitgearbeitet - Dieses Jahr zum ersten Mal als Teil der Teamleitung. Auch diesmal war die Freizeit prägend und regt mich zu persönlichen Veränderungen an. 

Und so beginnt für mich wieder die Schule, wieder ein Neues Jahr und ich freue mich extrem über diese Gelegenheit und die Herausforderungen, welche in nächster Zeit auf mich zukommen werden!   


Hinweis: Dank kurzem googlen weis ich nun wie man eingebettete YouTube Videos automatisch abspielen kann - Nervig für diejenigen die beim Lesen meiner Artikel selbst Musik hören oder meinen Musikgeschmack nicht teilen - Toll für alle die einen Einblick in meinen Musikgeschmack bekommen wollen und ein Gefühl erhalten wollen, welche Musik mich beim Schreiben einzelner Artikel begleitet hat. 

Donnerstag, 10. August 2017

Filmkritik: Planet der Affen - Survival


Quelle: http://s1.1zoom.me/big0/94/Monkeys_War_for_the_Planet_of_the_Apes_Glance_Face_525230_1280x488.jpg

Seit dem 4. August läuft der bereits dritte Teil der Neuauslegung des Planet der Affen im Kino. Ein kurzer Rückblick: Bei der Suche nach einem Medikament gegen Alzheimer entdeckt man bei Testversuchen an einem Affen das dieser durch das Medikament enorme kognitive Leistungen entwickelt. Der Affe Caesar ergreift nach Misshandlung und Gefangenschaft zusammen mit weiteren Artgenossen, welchen er ebenfalls mit dem Medikament injizierte, die Auflehnung und die Flucht vor den Menschen hin zu Freiheit und neuer Heimat. Trotz des schlechten das er durch Menschen erlebt hat, ist seine positive Bindung zu seinem Bezugsmenschen fest in ihm verankert, was ihn das gute im Menschen sehen lässt. Im zweiten Teil springt die Zeitlinie um zehn Jahre vorwärts: Was für die Affen Neuschöpfung war sorgt bei den Menschen als Virus für Millionen von Toten - Es gibt nur noch vereinzelte Menschensiedlungen. Caesar und seine Artgenossen haben sich eine friedliche Ko-Existenz in den Wäldern aufgebaut, welche durch einzelne Menschen aber in Gefahr gerät - Es kommt zum Krieg zwischen beiden Seiten, wobei Caesar sich stehts einer friedlichen Lösung bemüht, da er seine Familie schützen möchte und weiterhin an das Gute im Menschen glaubt. 

Im dritten Teil springen wir wieder zwei Jahre in die Zukunft: Der Krieg zwischen Affen und Menschen ist nach wie vor Existent und beide Seiten haben zahlreiche Opfer zu beklagen. Anführer einer Gruppe Soldaten der Colonel (Woody Harrelson) hat es sich zur Aufgabe gemacht Caesar (Andy Serkis) zu finden und zu töten - Auch wenn dieser sich anfangs weiterhin bemüht Frieden zu bringen. Als der Colonel bei einer Sondermission aber die Frau und den Sohn von Caesar umbringt ist es damit vorbei: Caesar will den Colonel tot sehen. Um die restlichen Affen aber zu schützen sollen diese in der Hoffnung auf eine neue Heimat fliehen. So begibt sich Caesar nur zusammen mit ein paar ungewünschten Begleitern auf den Weg um Rache zu üben.

Copyright Twentieth Century Fox France

Dabei muss sich Caeser im Laufe der Handlung mit seinen eigenen Gefühlen gegenüber der Menschen auseinander setzen und sich die Frage stellen was ihn den von dem Colonel unterscheidet, wer er diesen aufgrund von Rache töten will. Hierbei bringt der Film eine tolle Ebene mit ein: Während der Verfolgung stößt die Gruppe auf ein kleines Mädchen (Amiah Miller), ihr Vater ist tot, sie hat niemanden mehr. Caesar will sie zurücklassen, doch einer seiner Begleiter überzeugt ihn vom Gegenteil. Der Clou: Das Mädchen kann nicht sprechen - Wieso möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Hierdurch erhält der Film, welcher neben der ganzen Action, zwar ohnehin schon sehr emotional daher kommt eine ganz besondere Empathie welche einen immer wieder nachdenklich stimmt.

Dieses Rezept funktionierte bereits bei den ersten beiden Teilen und es funktionierte für mich auch im dritten Teil hervorragend. Gegen Ende hin ist die Handlung leider sehr absehbar und ein paar Actionsequenzen sind unnötig aufgebauscht - Fast so als wenn man dem Zuschauer noch einmal zeigen möchte das sie Action gut darstellen können. Der Film bietet darüber hinaus aber durch verschiedene Storyinhalte aber viel Tiefgang, ohne welche man zu Spoilern nicht auskommt. 

Wer die ersten beiden Teile bereits mochte, wird auch mit dem dritten Teil nicht enttäuscht und wer sich positiv von CGI-Effekten und einer Action-Emotional geladenen Geschichte mitreißen lassen möchte, der sollte sich Planet der Affen: Survival definitiv im Kino ansehen.

Zusatzinformation: 
Der Soundtrack im Deutschen Kino stammt von Prinz Pi welcher neben dem Youtuber Gronkh auch eine Synchronstimme im Film übernimmt. 

Copyright Twentieth Century Fox France



Mittwoch, 9. August 2017

Filmkritik: "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"

Quelle: http://atrium.maxit247.com/assets/img/posters/Valerian1_banner.jpg

"Valerian? Ach der läuft schon im Kino?" "Der Trailer war ganz interessant, aber im Kino schau ich mir den Film eher nicht an..."
So war mein erster Gedanke, als ich die Trailer zu Valerian gesehen habe: Scheinbar eine interessante Welt, mit vielen Farben und interessant aussehenden Wesen - Aber was ist den bitte die Handlung von dem Film? Somit war der Film für mich eigentlich nicht auf meiner "Oh-mein-Gott-den-muss-ich-schauen"-Liste. Als ich gefragt wurde ob ich mit ins Kino kommen möchte, sagte ich dennoch ja. Und überrascht, mit gemischten Gefühlen, verließ ich das Kino.

Mit 2 Stunden und 17 Minuten verbringt man einige Zeit im Kino und die benötigt Valerian meiner Meinung nach auch vollkommen. Der Titel des Filmes ist im Englischen wesentlich passender - den der Film handelt von den beiden jungen Spezialagenten Valerian (Dane DeHaan) und seiner Partnerin Laureline (Cara Delevingne), welche auf der Raumstation Alpha eine Mission zu erfüllen haben. Das Team wird einem gleich zu Beginn als Pärchen dargestellt, was eine zähe, sich entwickelnde Liebesgeschichte erübrigt. Beide Agenten sind sehr gewitzt und Laureline immer eine spur Ernst und reifer als ihr Partner, welcher sich für unwiderstehlich hält - Ich konnte ihm das selten abkaufen. Die Raumstation Alpha, auf welchem die beiden ihre Mission zu erfüllen haben, ist aber nicht irgendeine Raumstation: Im Laufe der Jahrhunderte dockten sich immer mehr und mehr verschiedene Teile von Raumstationen anderer Spezies an die Raumstation an, wodurch diese enorm groß wurde und Millionen an Lebewesen sein eigen nennen kann. Daher wird er auch die "Stadt der tausend Planeten" genannt. Und genau hier liegt die größte Stärke des Films: Tausend Planeten, unfassbar viele Lebewesen, welche alle eine eigene interessante Geschichte haben und einen durchaus interessieren, könnten entdeckt und erkundet werden. Leider nur könnten. Den mehr als einzelne Sequenzen der verschiedenen Bewohner im Schnelldurchlauf bekommt man leider nicht vorgesetzt. Und das ist extrem schade, den die Momente in denen man die verschiedenen Lebewesen und ihre Lebensräume sieht sind spannend und machen einen hungrig. 


© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH


Der Film setzt seinen Fokus aber primär auf die Erfüllung der Mission und die Geschichte der beiden Hauptprotagonisten. Diese erfolgt sehr offensichtlich, da bereits nach kurzer Zeit der Bösewicht der Handlung entblößt wird, wodurch sehr viel Spannung verloren geht. Das im Laufe des Filmes die Beziehung von Valerian und Laureline überzogen in den Fokus gedrängt wird, ist leider auch nicht vorteilhaft. Der Humor ist meist passend, wenn auch leicht überzogen - Man hat das Gefühl, das jede Science-Fiction Verfilmung die modern und witzig sein möchte, sich zu sehr an den Guardians of the Galaxy orientiert. 

Mit Personen wie Rihanna versucht man auf den Promi-Faktor zu setzen: Nur schade das diese lediglich knapp bekleidet tanzt und keinen Mehrwert zur Geschichte beiträgt - Das Budget hätte man sich sparen können. Den das Budget ist mit geschätzten 200 Millionen Dollar gewaltig, weswegen die Erwartungen an den Film hoch waren. Nur leider ist das Einspielergebnis in den USA ziemlich mau ausgefallen. Wieso leider? Weil Valerian abseits der mittelmäßigen Story einen mitnimmt in eine neue Welt, aus der man unglaublich viel entwickeln könnte.

Valerian ist ein durch seine Welt begeisternder Film, welcher durch seine in der Kritik stehende Besetzung und seine Handlung leider viel Potenzial verschenkt. Wer aber sehen möchte, wo George Lucas viele seiner Ideen aus StarWars fand (Valerian basiert auf einem Comic aus dem Jahr 1967), oder einfach sanftes Science-Fiction mag, sollte Valerian eine Chance geben.


© Universum/Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH



Sonntag, 6. August 2017

Meine Meinung zu: Jodel

Quelle: https://jodel-app.com/blog/assets/jodel-logo-orange.png


Darf ich diesen Artikel als Nicht-Student eigentlich verfassen? Die App "Jodel" wurde nämlich ursprünglich für die anonyme Kommunikation unter Studenten konzipiert. So steht auf der Website der Betreiber: "Darüber sprechen Studenten an deiner Uni."
Das Prinzip ist simpel: Man kann eine bestimmte Anzahl an Wörtern, ähnlich wie bei Twitter, sichtbar für alle Personen in einem von der App festgelegten Radius posten. Das ganze geschieht anonym und wird durch Moderatoren, welche meist selbst User sind überwacht. Jeder Nutzer kann andere Beiträge nun einmalig positiv oder negativ bewerten, erhält ein Beitrag Fünf negative Bewertungen wird er gelöscht. Zusätzlich kann jeder Beitrag von jedem Nutzer kommentiert werden.

Was nun für Beiträge entstehen hängt alleine von den jeweiligen Nutzern des Umfeldes ab: Witzige Beiträge sind sehr beliebt, aber ähnlich wie in anderen Online Portalen erfreuen sich auch Bilder von Katzen großer Beliebtheit. Dabei ist der Grundgedanke von Jodel eigentlich ziemlich gut: Ein bestimmter Personenkreis kann sich über gleiche Themengebiete austauschen: Wo findet die Vorlesung XY statt, wo muss ich meine Anmeldung für das nächste Semester abgeben, etc.

Wo aber Anonymität herrscht sind Hemmungen schnell ein Fremdwort und Trolle ebenso schnell gefunden. Hatte ich selbst anfangs Jodel genutzt um über witzige Beiträge zu lachen, so scrolle ich nun besonders Abends durch eine Reihe an untervögelten anonymen Personen die der Welt ihr dringendes Bedürfnis nach Sex mitteilen wollen und sich direkt in Jodel auf der Suche nach einem geeigneten Mitspieler begeben. Politische Beiträge sind auch immer häufiger zu finden, Diskussionen finden aber selten konstruktiv statt: Ist die Meinung nicht konform zu denen der anderen Nutzer, hat man schnell Fünf negative Bewertungen und jegliche Logik innerhalb der Kommentarfunktion verschwindet. Ironie oder Kritik gegenüber einzelnen Themen wird oft nicht verstanden oder negativ aufgenommen, ein Bild des schönen Sonnenunterganges dagegen wird gefeiert als wäre die Kandidatur von Donald Trump doch nur ein soziales Experiment gewesen.

Wie in jedem anderen sozialen Netzwerk sind es die Nutzer die ein Netzwerk zu dem formen was es ist und ich musste mir die Frage stellen: Hat Jodel für mich selbst noch einen Nutzen? Fragen des Alltags kann ich mithilfe von Google beantworten (Was vielen Nutzern nicht bewusst zu sein scheint), Bilder von Katzen sehe ich auf Facebook schon zu genüge und Diskussionen sind meist nicht möglich. Durchaus reizen kann einen aber die Möglichkeit das man für jeden Beitrag, jede Bewertung und jedes Kommentar eine In-App-Währung erhält. Diese nennt sich Karma und dient rein dem Zwecke der Selbstbefriedigung. Es fühlt sich gut an diese Zahl immer weiter wachsen zu sehen - Auch wenn diese einem absolut nichts bringt, man kann sich nichts davon kaufen und andere Nutzer können diese Zahl nicht sehen. Sie dient der reinen Selbstverherrlichung. 

Und so muss ich nach einigen Monaten Jodel nun "Lebe wohl" sagen. Zu genervt scrolle ich vorbei an Beiträgen welche mein Interesse immer seltener wecken und zum lachen bringen mich fast keine mehr. Meine Meinung zu Jodel lautet also: Anfangs sehr erfrischend und lockend durch die Anonymität, nach einer Weile entpuppt sich die App für mich aber als flaches Datingportal mit dem Wunsch Diskussion zu ermöglichen, welche durch das eigene Bewertungssystem aber zunichte gemacht werden. So und jetzt entschuldigt mich: Auf meinem Handy ist gerade eine Benachrichtigung über einen neuen Post bei 9GAG erschienen.

Dienstag, 18. Juli 2017

Danke für 22.000 Aufrufe


Heute hat mein Blog 22.000 Aufrufe erreicht. Ein Grund für mich zurück zu blicken: 


Anfangs hatte ich meine eigene Website, zusammen gesetzt mithilfe von simplem HTML - mit dem Wunsch etwas von meinen Empfindungen meines Lebens online einem Publikum zu präsentieren. Ich war damals im Abschlussjahr der Realschule & schrieb meist über Inhalte aus der Schule. Das brachte mir schnell viele Leser aus der Schule und zeitgleich viel Ärger - Die meisten an der Schule kannten mich nun und die Reaktionen waren nicht immer positiv. Oft herrschte eine Ambivalenz zwischen einem Interesse an dem Geschriebenen und der Tatsache das jemand in seiner Freizeit gerne schreibt. "Schwuchtel" oder "Freak" wurden durchaus Rufnamen von mir. Die Schulleitung bekam von meinem Blog Info und aufgrund einiger Inhalte wurde mir ein Schulverweis angedroht - Ob nun berechtigt oder nicht möchte ich nicht weiter kommentieren.

Ich erweiterte meinem Blog um Sprüche welche mir einfielen und veröffentlichte erste Geschichten ("Jannik und die Waldwichtel" z.b). Kritik und Interesse nahm gleichermaßen zu, wodurch ich weiteren Anreiz hatte fortzufahren. Der Ästhetik und mangelnden HTML-Kenntnissen wechselte ich zu Blogger.
Das Schreiben machte durch die neue schöne Oberfläche wesentlich mehr Spaß, meine Kolumne über mein Privatleben stellte ich aber ein.

"Theobald und die Drachen" war meine erste, auf dem neuen Blog veröffentlichte Geschichte und erfreut sich mit 370 Aufrufen mäßiger Beliebtheit. Aber waren mit die Aufrufe wichtig? Eigentlich wollte ich für mein persönliches Verknüpfen schreiben, Bestätigung oder Reaktionen im Allgemeinen wollte ich aber natürlich hervorrufen, sonst hätte ich auf Papier geschrieben. 

Am 1.11.2011 veröffentlichte ich den ersten Teil meiner Geschichte "Das Mädchen im Spiegel" - Ausgerechnet diese Geschichte über ein psychisch krankes Mädchen sollte meine bis dahin erfolgreichste Geschichte werden: Mit jeder Fortsetzung der Geschichte sorgte ich für 400 Besucher auf meinem Blog. Im gesamten hat "Das Mädchen im Spiegel" bis heute 1.200 Aufrufe erhalten. 
Die Muse schien mich in den folgenden Zeiten zu verlassen und angefangene, durchaus beliebte Geschichten ("Bitte geh nicht" - 620 Aufrufe) verliefen sich im Sand.

Aktuell hat mein Blog mit Filmkritiken und anderen Artikel einen Wandel durchgemacht. Vielleicht sind meine Veröffentlichungen Erwachsener und seriöser geworden, vielleicht ist mir im Laufe der Jahre auch einiges meiner Fantasie verloren gegangen. Solange ich aber hinter jeder Veröffentlichung stehe und noch Spaß dabei habe werde ich damit weitermachen: Und die anhaltenden hohen Aufrufe geben mir die nötige Resonanz weiterhin meine Meinung kund zu tun und nicht mit Tinte auf Papier zu schreiben.
 






Sonntag, 25. Juni 2017

"Rest in Peace" - Albumreview

Wenn man überlegt wie man "Sierra Kidd" am besten beschreibt muss man erst einmal überlegen von welchem "Sierra Kidd" man reden möchte. Da gibt es zum einen den damals Sechzehnjährigen, welcher aus dem Nichts eine EP im Netz veröffentlichte und durch seine melodischen und Lyrisch starken Songs auf sich aufmerksam machte. Nach einem Album und Tour gründet Sierra sein eigenes Label und man bemerkt eine musikalische Veränderung in "FSOD". Das er musikalisch einiges umkrempeln möchte wird dann gänzlich mit dem Release der EP "B4FUNERAL klar - Trap, Cloudrap und offensiveren Sound, welcher sich noch immer aber mit Inhalt stärken kann. Jetzt steht das neuste Album "Rest in Peace" von Sierra Kidd online und in den Läden und soll alle bisherigen Kapitel beenden und den Weg frei machen für etwas neues:

15 Songs + Instrumentals
1 Sierra Kidd & Friends EP
1 Sierra Kidd Live EP
1 Bonus EP

Eine Menge Musik die man sich erst einmal in Ruhe anhören kann. Oder könnte. Die einzelnen Songs sind nur leider meist unfassbar unsauber abgemischt. Manch einer würde es als rohen Sound bezeichnen, ich selbst konnte extrem viel nicht annähernd verstehen was gesprochen wurde. Was das Anhören ebenfalls schwierig machte war der extreme (!) Unterschied der Lautstärke der einzelnen Lieder. Immer wieder musste ich die Lautstärke runter oder höher regeln.

Aber was können die Lieder musikalisch und inhaltlich?

Zu meiner Enttäuschung muss ich sagen, dass mir die meisten Lieder selbst nicht zugesagt haben. "Ficke den Beat ohne Verstand" (Cutthroat) ist durchgehend Motto und hinterlässt hektische Parts, welche meist unnötig zur spitze getrieben wirken und in den seltensten Fällen eine Message vermitteln. Sicher sind einige Songs einfach gut zu hören und zum mitnicken gedacht, aber auf Dauer kann man den Lyrischen Wirrwar nicht ignorieren: 

"Ich weiß, was du denkst, denkst / Face verkackt, fuck sleep, fuck sleep, Gang Gang / Im Flur riecht es nach dank, dank / Frühstück Double Cup und Pancakes / Ich mach Bands, pass Jays / Das Game fame, Babe, that´s safe, ey."

Und genau solche Parts sind für mich als Fan von Sierra Kidd unverständlich. Für mich stand Sierra Kidd immer für Lieder mit welchen ich mich identifizieren möchte oder von der Atmosphäre der Songs gefangen wird. Einzige Überbleibsel eines weniger von Drogen und "Realness" gezeichneten Sierras findet man in den Songs "Sensor" und "Don´t do it Juri" - Nur wirken diese beiden Songs komplett fehlplatziert inmitten von übermäßigem Drogenkonsum, Waffengewalt und generelle Überlegenheit gegenüber allen anderen.
Ich würde jedem empfehlen sich das Album im Vorfeld bei Spotify & Co. anzuhören um zu Wissen auf was man sich einlässt. Und die älteren Alben anzuhören wenn man Sierra Kidd noch nicht kennt. 

Samstag, 10. Juni 2017

Filmkritik "Baywatch"

Quelle: Paramount Pictures


Brüste, Muskeln, "Coole" Sprüche und Action - Diese Zutaten in Kombination mit bekannten Schauspielern wie Dwayne Johnson und Zac Efron sind das Rezept und beinahe alleiniger Inhalt der Neuauflage der kultigen Bademeister.  - Im Vorfeld muss gesagt sein das ich die damalige Serie mit David Hasselhoff und Pamela Anderson nie gesehen habe, meine Kritik daher auch nicht dadurch beeinflusst ist und auch keine Vergleiche gezogen werden. -

Handlung :
Die Elite Bademeistertruppe mit muskelbepacktem Leitwolf Mitch (Dwayne Johnson) behält aufmerksam den Strand im Blick und ist nebenbei unangefochten auf Platz Eins der coolsten Typen in der Gegend. Mitglied seines Teams sind die blonde C.J. (Kelly Rohrbach) und die braunhaarige Stephanie (Ilfenesh Hadera). Mehr als ihre Haarfarbe oder die eigentlich hübschen Gesichter oder gar ihre Schauspielerischen Fähigkeiten, sind es ihre Brüste und die extrem knappen (da gab es am Set sicher ständig etwas mehr zu sehen) Badeanzüge, welche eine ganz natürliche Fixierung des Blickes auf eben genannte Körperstellen verursachen.
Einmal im Jahr veranstaltet die Truppe welche sich selbst "Baywatch" nennt, einen Wettkampf, bei welcher der Gewinner ein neuer Anwärter für das Baywatch-Team wird. Tollpatsch und begeisterter Fan des Körperkultes Ronnie (Jon Bass) erlangt durch Kampfgeist einen Platz als Anwärter. Zusätzlich erhält die Vollbusige Summer (Alexandra Daddario), welche neben ihrem Körper mit ihren eiskalten, großen blauen Augen auf sich aufmerksam macht, einen Platz als Anwärterin. Warum weiß man eigentlich nicht so genau. Als dritter Anwärter reiht sich der überheblich lässige Matt Brody (Zac Efron) aufgrund besonderer sportlicher Leistungen in der Vergangenheit hinzu. Dieser hat außer Muskeln und einem großen Ego eigentlich nichts weiter vorzuweisen als zwei Goldmedaillen.
Das es eigentlich nur einen Anwärter geben sollte wird durch auf und ab wackelnde Brüste in Zeitlupe und angespannte Muskeln schnell vergessen.
Trotz dieser Tatsachen muss die Handlung vorangetrieben werden: Bei einem Brand auf einer Yacht, bei welcher ein Mann umkommt und Drogen entdeckt werden gilt es die Drogenschmuggler zu entlarven und zu schnappen. So etwas überlässt man natürlich nicht der Polizei sondern die Baywatch selbst nimmt sich dieses Problemes an. Das die Schurkin Victoria Leeds (Priyanka Chopra) ist, wird ohne große Geheimnisse preis gegeben und bis zur Ergreifung dieser füllt sich die Handlung mit mehr oder weniger witzigen Informationsbeschaffungen und versucht emotionalen Wendungen. 

Quelle: Pinterest

Umsetzung und Fazit:
Gute, häufig eingesetzte Slow-Motion, Actionszenen mit vielen Schnitten und halbherzigen Effekten sowie viele lockere Sprüche. 
Baywatch hat viele Möglichkeiten gehabt um ein guter Film zu werden. Nur schafft es der Film nie einen der genannten Punkte besonders gut zu machen. Die Slow-Motion welche mir immer wieder Brüste präsentiert stellt den reinen Trieb zufrieden, aber so häufig werden die gut gebauten Körper der weiblichen und männlichen Darsteller nicht direkt in Szene gesetzt.
Die Actionszenen sind viel zu sehr geschnitten und die Effekte sehen teilweise wirklich nicht sonderlich gut aus. Da hätte man von den 69 Millionen Dollar etwas mehr investieren können. Die witzigen Sprüche sind meist unter der Gürtellinie und bedienen sich einem niederem Niveau - Das ist vollkommen in Ordnung und zu erwarten gewesen, nur sind die Witze oft nicht witzig genug. Hierbei war man etwas halbherzig. Der Cast ist sicherlich gut gewählt, bleibt aber aufgrund der unfassbar faden Handlung nichts weiter als Muskeln und Brüste.
Jedem sollte im Vorfeld klar sein das Baywatch gar nicht den Anspruch hat ein gloreicher Film mit unfassbarer Handlung zu sein, nur leider schafft es Baywatch nicht in einem der genannten Punkte einen Schwerpunkt zu setzen auf welchen man sich im nachhinein hätte erinnern können. Ein "The Fast & the Furious" (XY) reduziert sich zum Beispiel selbst auf übertriebene Action und ein "Wir sind die Millers" setzt alles auf überzogenen Humor. So bleibt mir Baywatch in Erinnerung als kleines Sushi Paket - Kleine, leckere Häppchen, aber satt bin ich nicht geworden.

Dienstag, 18. April 2017

Serienkritik "Tote Mädchen lügen nicht"

© 2017 Netflix
Kann Selbstmord die Antwort auf etwas sein? Wieso die Antwort "Ja" lautet und welche Umstände dazu geführt haben das Hannah Baker sich umbringt wird in der Serie "Tote Mädchen lügen nicht" genau dargestellt. Erzählt wird die Geschichte rund um Hannah Baker von ihr selbst - Vor ihrem Suizid nimmt sie 13 Kassetten auf die in einer chronologischen Reihenfolge das tragische Ereignis aufschlüsseln. Dabei ist jede Kassette einer betreffenden Person gewidmet, wodurch der englische Originaltitel ("13 Reasons Why") deutlich mehr Sinn ergibt.

Die Handlung der Serie ist dabei schnell erklärt: Aufgrund von Gerüchten, Mobbing und weiteren Vorfällen findet Hannah keine anderen Ausweg als sich selbst zu töten. Die Tragik hat ihren Schwerpunkt dabei meines Erachtens weniger im eigentlichen Selbstmord sondern eben den oft verharmlosten Ursachen. Und diese kennt jeder oder musste sie selbst in unterschiedlichen Ausmaßen am eigenen Leib spüren. Besonders Gerüchte können schnell einen Wirbelsturm auslösen und dafür sorgen das einzelne Personen ewig Leidtragende sind.

Genauso ergeht es Hannah Baker - Sie kommt neu an eine Schule und findet dort sogar bald ihren ersten "Freund" mit welchem sie ihren ersten Kuss erlebt. Ein ungünstiges Foto, verbreitet sich ungewollt schnell in der ganzen Schule woraufhin sie den Ruf als "Schlampe" erhält. Von da an geht eigentlich alles bergab - Die wenigsten wollen etwas mit ihr zu tun haben, oder versuchen sie auszunutzen. Auch ihr Klassenkamerad und Arbeitskollege Clay Jensen, welcher ein sehr freundlicher Mensch ist, lässt sich immer wieder von diesen Ereignissen beeinflussen, was immer wieder zu Komplikationen zwischen ihm und Hannah führt. Cley selbst spielt in der Serie die tragende Hauptrolle - Als er nach dem Tod von Hannah die Kassetten erhält gerät er vollkommen durcheinander und macht im Laufe der Serie eine Wandlung vom eher stillen angepassten Typen hin zu einer Selbstbewussten Person, welche sich für die Gerechtigkeit einsetzen möchte. Dies steht im Kontrast zu den auf den Kassetten vertretenen Personen, welche verhindern möchten das diese an die Öffentlichkeit geraten. Dabei ist der Einfluss von Cley auf diese deutlich spürbar und die meisten Personen müssen den inneren Konflikt zwischen Schuld und eigenem Schutz bewältigen. 

Jede der 13 Folgen dauert ungefähr 50 bis 60 Minuten - Dies bietet die Möglichkeit jeder Person genug Zeit zu geben, detailliert dargestellt zu werden, was aber meiner Meinung nach die größte Schwäche der Serie ist. Oft wird die Handlung nur langsam vorangetrieben. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt wie ich nachgesehen habe wie lange eine Folge noch dauert. Einige der Folgen hätte man auf zwei Folgen mit jeweils 30 Minuten aufteilen können. Ich selbst schaue Serien meist am Stück und war tatsächlich etwas erleichtert als der Abspann über den Bildschirm lief. Dabei ist "Tote Mädchen lügen nicht" keine schlechte Serie, im Gegenteil sogar. Es wird aufgezeigt das Selbstmord kein Tabuthema sein sollte (Ist es doch die zweithäufigste Todesursache unter Jungen Menschen) und welche Auswirkungen es haben kann "sich wie ein Arschloch" gegenüber anderen Personen zu benehmen. 

- Die Serie basiert auf dem gleichnamigem Roman von Jay Asher - 

Photo by Beth Dubber/Netflix

Montag, 3. April 2017

Filmkritik "Die Schöne und das Biest" (2017)

© The Walt Disney Company Germany GmbH

1991 erschien damals der Animationsfilm „Die Schöne und das Biest“ und reihte sich nach anderen Filmen wie "Arielle die Meerjungfrau" zu den absoluten Klassikern der damaligen Filmgeschichte Disneys hinzu. Oft wird dieses Zeitalter als das wohl kreativste Zeitalter Disneys gesehen. In den letzten Jahren hat man in ganz Hollywood gemerkt das es erfolgreich sein kann ältere Filme neu zu verfilmen. Ist das notwendig oder reine Gier nach Geld? Während ersteres gut begründet werden kann ist zweites schnell beantwortet: „Die Schöne und das Biest“ hat bereits jetzt das doppelte seiner Produktionskosten eingenommen. Kann die Realverfilmung dem zeitlosen Klassiker gerecht werden?

Handlung:
In einem kleinen Dorf lebt Belle (Emma Watson) zusammen mit ihrem Vater Maurice (Kevin Kline) ein einfaches Leben. Beide sind im Dorf nicht sehr beliebt, denken sie doch etwas anders als der Rest der Einwohner. So bastelt ihr Vater gerne an Dingen herum und Belle erfindet sogar eine Waschmaschine. Belle fühlt sich nicht wohl in dem Dorf und hat Sehnsucht nach etwas Größerem, sie will die Welt bereisen und sich weiterbilden. Äußerst wichtig ist die Tatsache das Belle eine ausgesprochene hübsche junge Frau ist. Die Kombination aus Schönheit, Eigenart und Intelligenz gefällt besonders dem Frauenheld Gaston (Luke Evans). Dieser ist überheblich, arrogant und hat unfassbar markante Wangenknochen. In seiner Begleitung ist immer LeFou (Josh Gad), welcher förmlich an seinem Rockzipfel hängt. Als Belle ihr Vater zum Markt in die Stadt reisen möchte verirrt er sich im Wald und gelangt zu einem düsteren und scheinbar verlassenen Schloss. Dort scheint alles magisch, und als der Vater seiner Tochter den einen Wunsch (Ihr eine Rose aus der Stadt mitzubringen) erfüllen möchte, erscheint ihm der Besitzer des Schlosses, welches ein Biest (Dan Stevens) ist. Dieses wurde, ebenso wie seine Angestellten, von einem bösen Fluch belegt. Belle die ihrem Vater zu Retten eilt, findet sich kurz darauf anstelle ihres Vaters als Gefangene des Biestes wieder. Die Angestellten des Biestes gestalten den Aufenthalt für Belle angenehmer und schon bald muss sie sich der großen Frage stellen: Ist das Biest vielleicht gar nicht so hässlich wie es scheint? Könnte in ihm verborgen tatsächlich etwas liebenswertes sein und würde sie diejenige sein die den Fluch bricht?
© The Walt Disney Company Germany GmbH

Umsetzung:
Disney hat sich sehr bemüht das Drehbuch sehr nahe am Original zu orientieren. Ganze Szenen sind nahezu identisch mit dem Klassiker aus dem Jahre 1991. Die Lieder; und davon gibt es viele, sind ebenso dem Original nachempfunden. Lediglich die Sprache ist etwas moderner geworden. Die deutsche Synchronisation ist stimmig, obgleich man natürlich bei der Deutschen Fassung die Gelegenheit verpasst Emma Watson auf der Leinwand selbst singen zu hören. Zusätzlich zu den bekannten Liedern hat Disney noch neue Lieder hinzugefügt, welche aber stimmig in das Gesamtkonzept passen. Das Szenenbild ist nicht so düster wie zum Beispiel in der Neuverfilmung von „Das Dschungelbuch“, aber dennoch finsterer als das Original. Bei den Kamerafahrten hat man leider wenig Mut gezeigt – Mir persönlich fehlten dynamischere Kamerafahrten ohne viel Schnitt. Die Besetzung weiß zu überzeugen, obgleich ich von Emma Watson eine höhere Erwartungshaltung hatte. Hin und wieder war mir ihre Mimik nicht ausdrucksstark genug, wobei mir immer wieder die Starke Mimik von Belle aus dem Original vor Augen schwebte. Besonders gut gefiel mir die Schauspielleistung von Gaston und LeFou, beide wirken durchgehend authentisch und sorgten für amüsante oder spannende Momente.
© The Walt Disney Company Germany GmbH
Fazit:
Nach dem direkten Besuch im Kino war ich zufriedengestellt. Ein runder Film, welcher es schafft nahe an das Original anzukommen und für ein schönes Kinoerlebnis sorgt. Die altbekannten Lieder lassen Erinnerungen aus vergangenen Tagen aufkommen und eine Weile träumen. Die hinzugefügten Story-Elemente passen in das Gesamtwerk, hätten aber nicht im Film vorhanden sein müssen. Hierdurch wirkt der Film stellenweise unnötig gestreckt (Der Film hat eine Dauer von 2Std. 09Min. – Das Original hatte 1Std. 50Min.).
Große Namen und ein großes Budget sorgen für Aufmerksamkeit und einen großen Erfolg des Filmes. Nachträglich hörte ich mir auf Spotify den Soundtrack noch mehrere Male an und fand den Film immer ein kleines Stückchen besser als er vielleicht war. „Die Schöne und das Biest“ ist ein guter Film geworden – Da kann man glatt vergessen das bereits vor wenigen Jahren eine Realverfilmung erschienen ist (Diese hielt sich vom Drehbuch aber an das Märchen und nicht der Disney Verfilmung). Auch in Zukunft wird uns Disney mit weiteren Realverfilmungen alter Klassiker versorgen ("Dumbo", "Winnie Pooh"...) – Wahrscheinlich wird jeder Film neu aufgelegt, solange nur genügend Geld eingespielt wird. "Die Schöne und das Biest hat aktuell ca. 300 Millionen Euro eingespielt - Die Kosten beliefen sich auf knapp 150 Millionen - Emma Watson erhielt 3 Millionen (Wenn der Film mehr als 700 Millionen Dollar einnimmt erhält diese einen Bonus von bis zu 15(!) Millionen Dollar.) Falls die Filme auf dem gleichen Niveau wie „Das Dschungelbuch“ bleiben oder nun eben den Geist der Vergangenheit mit „Die Schöne und das Biest“ wiederkehren lassen. Ich hoffe sehr das unter der Quantität aber nicht auf Dauer die Quantität der Filme sinkt. Man darf gespannt sein.